FeedSteinzeng (frz. gres, engl. stone-ware)
Haus & KücheBrockhaus 1882

Steinzeng (frz. gres, engl. stone-ware), eine wichtige Gattung von Thonwaren mit verglaster (d. h. nicht poröser) Masse, bei deren Herstellung weit weniger Schönheit der Form und aeithei Außere, als vielmehr Nützlichkeit und Wohlfeilheit maßgebend sind. Während es mit dem gewöhnlichen Töpfergeschirr die einfache Behandlung gemein hat, entfernt es sich von diesem wieder durch das gewähltere Thonmaterial, sowie durch den geflossenen dichten Scherben. (S. u. Thonwarenfabrikation.) Geschirre aus S. +π1 plötzlichen Temperaturwechsel nur sehr unvollkommen und eignen sich deshalb nicht zu Kochgeschirr; dage-Ra sind sie vortrefflich, wenn es sich um besondere einhaltung, um gewisse chem. Beständigkeit oder um Haltbarkeit und beträchtliche Stärke handelt. Daher ihre Anwendung zu Mineralwasserkrügen, Säureflaschen, Wassereimern, Milchnäpfen, Gefäßen zum Einmachen von Gurken und Früchten, zum Aufbewahren von Schmalz, zu chem. Geräten Kondensationsflaschen), Röhren * Aborte u. s. w. Das gemeine S. ist grau, bläulich oder bräunlich und mit Salzglasur (in neuerer Zeit auch zuweilen mit Borsäureglasur) versehen. Die grauen Geschirre sind trich mit vorher eingeritzten und kobaltblau aufgestrichenen Verzierungen versehen. Die Hauptvertreter dieser Art S. sind die sog. Koblenzer Geschirre aus den Orten Höhr, Grenzhausen, Baumbach, im sog. Krug⸗ oder Kannebäckerland bei Vallendar. Man unterscheidet dort die Krugbäcker», welche nur Mineralwasserkrüge herstellen, von den «Kannenbäckerno, welche Trinkgefäße, Haushaltungsgeschirre u. dgl. liefern. Dem S nahe verwandt ist die engl. drtt aber au die besonders in chem. Geräten auftritt, aber auch außer-Purahihen ine z. B. in Zwickau und im Altenurgischen, in Deggendorf und Schwandorf in Bayern, in Aussig, in Floridsdorf bei Wien, in Königssaal in Böhmen und in Hruschau in Mähren in tadelloser Qualität fabriziert wird. Vom S. ist das Steingut (s. d.) zu unterscheiden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 199Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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