Stereéochromie (aus grch. oreoess, fest', und Vohρα, Resor Schlott man eine 1846 in München von Professor Schlotthauer und Oberbergrat Fuchs erfundene Malweise, welche bei unmittelbar auf Wandflächen auszuführenden Gemälden anstatt der Freskomalerei angewandt zu werden pflegt. Der Malgrund wird eigens hergerichtet und verbindet sich mit der Mauer zu einem einzigen festen Körper. Darauf legt man in einfachen Wasserfarben, die mit dem Grunde sich unauflöslich vereinigen, die ganze Fläche des Gemäldes an und kann dasselbe in pastoser oder lasierender Behandlung ganz nach Belieben vollenden. Die Farben sind sehr schön und erreichen die höchsten Lichter des Fresco und die tiefsten Schatten der Olmalerei, ohne jedoch zu glänzen. Dazu kommt, daß man das Bild ganz nach Gemächlichkeit allmählich ausführen kann, während beim Fresko das gerade aufgetragene Stück in einem Tage vollendet werden muß. Rechnet man dazu, daß die S., dadurch, daß die Bildfläche durch schließliches Aufspritzen einer chem. Flüssigkeit, des Wasserglases, steinhart gemacht wird, allen Einflüssen der Witterung, dem Frost wie der Hitze, ja selbst Säuren und Alkalien trotzt, so wird man den hohen Vorzug der S., zumal für unsern Norden, begreifen.