Sternberg, Stadt.) Im J. 1661 wurde das Haus durch Kaiser Leopold I. in den Reichsgrafen stand erhoben und zu Anfang des 18. Jahrh. teiltt sich die böhm. Linie mit Franz Damian und Fran Leopold von S. in zwei Aste, von welchen der ältere durch die Verheiratung Christians Grafen von S mit der Erbtochter des letzten Grafen von Mander scheid 1762 die unmittelbaren, in der Eifel gelege. nen Herrschaften Geroldstein, Manderscheid und Kyll mit Sitz und Stimme im westfäl. Grafenkollegium erwarb. Die Linie nannte sich nun S. Manderscheid. Dieselbe wurde für die mit dem linken Rheinufer verlorenen Besitzungen im Reichsdeputationshauptschluß von 1803 mit den Abteien Weißenau und Schussenried (zusammen 150 akm) entschädigt, welche jedoch 1835 an Württemberg veräußert wurden. Dem Grafen Franz von S., geb. 1763, gest. 8. April 1830, der sich als gelehrter Numismatiker bekannt machte, folgte dessen Bruder Johann Graf von S., gest. 1843, mit dem der ältere Ast der böhm. Linie im Mannsstamm erlosch. — Der jüngere Ast der böhm. Linie, S.⸗ Serowitz, besitzt die böhm. Herrschaften Serowitz und andere und ererbte von dem ältern Aste die ebenfalls böhm. Herrschaften Czastalowitz und . An der Spitze desselben steht der Graf eopold von S., geb. 22. Dez. 1811, erbliches Mitglied des österr. Herrenhauses. Zu diesem Aste gehört auch der Graf Kaspar Maria von S., geb. 6. Jan. 1761, gest. 20. Dez. 1838, einer der bedeutendsten Naturforscher seiner Zeit, der sich besonders um Botanik, Geognosie und die Kunde der vorweltlichen Pflanzen verdient gemacht hat. Seine Sammlungen nebst Bibliothek übergab er dem Böhmischen Nationalmuseum, dessen Präsident er war. Als Seitenlinie wird die schlesische betrachtet, deren Zusammenhang mit den böhmischen S. jedoch nicht zu erweisen ist. Sie gehört seit 1698 dem Freiherren⸗, seit 1719 dem Grafenstande an. Ihr nominelles Haupt ist Graf Ludwig, geb. 3. Febr. 1833, sachs.⸗coburg-goth. Hofjägermeister. teruberg (Alexander Freiherr von Ungern deutscher Romanschriftsteller, geb. 22. April 1806 auf dem väterlichen Gute Noistfer bei Reval in Estland, besuchte das Gymnasium zu Dorpat. Nachdem er 1829 einige Zeit zu Petersburg verlebt, bereiste er seit 1830 Deutschland, wo er an verschiedenen Orten, wie zu Mannheim und Weimar, längere Zeit lebte, bis er sich 1841 zu Berlin niederließ. Später nahm er seinen Wohnsitz zu Dresden und starb zu Dannenwalde bei Stargard in Mecklenburg-Strelitz 24. Aug. 1868. Als Schriftsteller hat S. eine ungemeine Produktivität entwickelt. Einen größern Anflug nahm das Talent Ss in dem Roman „Der Missionaro (2 Bde., Lpz. 1842), welchem Diane v (3 Bde., Berl. 1842) folgte. Entschiedener noch tritt eine polit.⸗soziale Tendenz hervor in Paulv (3 Bde., Lpz. 1845). Diese Tendenz führte S. während der Stürme des J. 1848 in die Reihen der aristokratischen und legitimistischen Partei. Er arbeitete eine Zeit lang für das Feuilleton der (Kreuzzeitungo und gab die «Royalistend (Brem. 1848) und als deren Fortsetzung «Die beiden Schützend (Brem. 1849) und «Die Kaiserwahl (Brem. 1850) heraus, die in den Kreisen der Reaktion Beifall fanden. Hieran schlossen sich eine Reihe von Produktionen, die namentlich durch die frivolen Braunen Märchenv (Brem. 1850; 4. Aufl., Altona 1875) charakterisiert werden. Teilweise dahin gehören «Der deutsche Gilblas » (2 Bde., Brem. 1851), 4Ein Fasching in Wienv (Wien 1851), «Ein Karneval in Berlino (Lpz. 1852), «Macargan⸗ (Lpz. 1853) und Die Ritter von Marienburgo (3 Bde., Lpz. 1853). In der Dichtung Das stille Hausv (Berl. 1854) betrat er sogar das Gebiet des Geisterromans. Zu seinen spätern Werken gehören die beiden biographischen Romane «Clisabeth Charlotte, Herzogin von Orleanso (3 Bde., Jena 1861) und „Dorothee von Kurlando (3 Bde., Lpz. 1859); ferner „Die dresdener Galeries (2 Bde., Lpz. 1857—58), «Künstlerbilder» (3 Bde., Jena 1861), Peter Paul Rubenso Gena 1862). S.s „Erinnerungsblätterv (6 Bde., Lpz. 1855 — 60) enthalten interessante Schilderungen der polit., litterarischen und gesellschaftlichen Kreise, in denen S. sich bewegte.