Stieler (Adolf), berühmter Kartograph, geb. 26. Febr. 1775 zu Gotha, studierte zu Jena und Göttingen die Rechte, wurde dann beim Ministerialdepartement in Gotha angestellt und w1829 zum Geh. Regierungsrat befördert; er starb 13. März 1836. Sein bekanntestes Werk ist der Handatlaso, den er unter Mitwirkung von Reichard 1817—23 in 50 Blättern bei J. Perthes in Gotha herausgab und der noch heute wegen fortgesebter Korrekturen und Vervollständigungen (durch Herm. Berghaus, C. Vogel und A. Petermann, sowie dessen Schüler Habenicht, Koffmahn, Friederichsen u. a.; 95 Blätter) zu den besten Atlanten gehört. Vorzüge dieses Atlas sind die in den neuern Blättern durchweg schmackvolle Zeichnung; die treffliche Vervielfältigung in Kupferstich, verständnisvolles und exaktes Colorit; Verarbeitung zahlreicher Quellen. Ferner publizierte S. noch 25 Ergänzungskarten zum Handatlas; sowie «Karte von Deutschland nach dem Reichsschlusse vom 27. April 1803 mit den bis Sept. 1804 erfolgten Veränderungen» (1805), „Schulatlasv (1821; 64. Aufl., herausg. von Herm. Berghaus, 1885), «Kleiner Atlas der deutschen Staaten » (30 Blätter, 6. Aufl. 1876), «Taschenatlaso (neu bearbeitet von H. Habenicht, 1885), „Deutschland, Niederlande, Belgien, Schweiz und revidiert 1876). Von geringerer Bedeutung ist S.s „Schulatlas der Alten Welte (1823).