Stitny, eigentlich Stitnh oder von Stitnée spr. Scht⸗, Thomas, Ritter), böhm. Philosoph und einer der Vorläufer des Huß, ward 1325 oder 1326 auf dem Stammsitz der Familie Stitna (Bezirk Pilgram im südl. Böhmen) geboren. Er genoß eine streng religiöse Erziehung und studierte an der Universität Prag Philosophie, Theologie und kanonisches Recht. Zugleich wurde er ein eifriger Verehrer des Milicz (s. d.), und begann unter dessen Einfluß Traktate zu schreiben, die sich meist mit christl. Uidem Beg und Ethik, daneben aber auch z. B. mit dem Begriff der Schönheit, beschäftigten und nach Inhalt und Form weit über das Niveau der damaligen Zeit hervorragen. Um sie volkstümlich zu machen, bediente er sich nicht, wie die dama-Nut Gelehrten, des Lateinischen, sondern seiner uttersprache, des Czechischen. S. starb um 1440. Bisher wurden gegen 26 Traktate S.s gefunden und von Erben (Prag 1850; mit einer Biographie S.s), Vrtätko (Prag 1873) u. a. herausgegeben. Eine Analyse seiner Philosophie gaben J. Hanusch (Prag 1852) und J. Dastich (Prag 1862), beides in czech. Sprache. Vgl. auch J. Wenzig, Studien über Th. Ritter von Stitnéer (Lpz. 1856).