FeedSergel (Joh. Tobias von)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Sergel (Joh. Tobias von), schwed. Bildhauer, geb. zu Stockholm 8. Sept. 1740, war Schüler L'Archevecques und reiste 1767 mit königl. Unterstützung nach Italien, wo er in Rom seinen Ruhm gründete. Durch Gustav III. 1778 zurückberufen, wurde er Hofbildhauer und Professor an der Akademie der bildenden Künste. Im J. 1803 wurde er Hofintendant, 1808 in den Adelsstand erhoben, 1810 Direktor der Akademie und starb 26. Febr. 1814. Man schätzt in seinen Werken die Tiefe und Kraft der Idee, vereinigt mit der vollendetsten Anmut der Formen, sowie die Energie und Grazie seines Kunststils. Unter seinen Statuen sind besonders zu erwähnen: Amor und Psyche; Diomedes, welcher das Palladium raubt; Othryades der Spartaner; ein Faun; Gustav III.; Axel Oxenstierna, welcher der Muse der Geschichte die großen Thaten Gustav Adolfs diktiert; Mars und Venus und Venus Kallipygos.“ Die meisten befinden sich in dem Schwedischen Museum. Unter den Gruppen sind zu bemerken des Cartesius Monument, auf Kosten Gustavs III. in der Adolf-Friedrichskirche errichtet; die Auferstehung Christi, ein großes Basrelief, am Altare in der St. Clarakirche zu Stockholm; zwei Engel über dem Altare in der Domkirche zu Karlstad; das Monument von Ehrenswärd zu Sweaborg. Auch seine Büsten in Marmor, welche die Mitglieder der königl. Familie und hervorragende Zeitgenossen darstellen, sowie seine Medaillons haben ausgezeichneten Wert. Vgl. Nyblom, «J. T. Sergel» (Upsala 1877).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 723Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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