FeedStrudel
ErdkundeBrockhaus 1882

Strudel oder Wasserwirbel nennt man die kreis-oder spiralförmigen Drehungen des Wassers, die sowohl im Meere als auch in Flüssen vorkommen. Sie sind in den an Felsinseln und Klippen reichen, von starken Gezeitenströmen durchwogten Fjordgebieten der Erde eine sehr gewöhnliche Ercheinung, doch erzeugen auch die sehr schwachen Gezeiten des Mittelmeers in der Meerenge von Messina Strudel, welche als Scylla und Charybdis von den Alten beschrieben wurden. Der berühmteste unter den jetzt bekannten S. ist der Mosköestrom oder Saltstrom oder Saltens-Malstrom an der Küste Norwegens. Ähnliche S. finden sich in den Färöer, wo um einen Felsen, den Sumboemönch, ein heftiger Wirbel in vierfachem Schneckengange läuft. Keiner dieser S., außer dem Malstrom bei Voll- und Neumond, vermag jedoch den modernen Schiffen gefährlich zu werden. In den Flüssen haben die S. meist ganz kleine Dimensionen und sind stromabwärts von jedem dem Flußbette eingefügten Hindernis zu beobachten; großartig sind sie unterhalb der Niagarafälle und in den Stromengen des Congo unterhalb Vivi entwickelt. Der früher der Schiffahrt sehr gefährliche S. der Donau befindet sich unterhalb Grein in Oberösterreich auf der Nordseite der Insel Wörth; durch die zuletzt 1866 vorgenommenen Sprengungen ist jetzt jedoch jede Gefahr beseitigt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 313Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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