FeedSchiffbau
VerkehrBrockhaus 1882

Schiffbau, s. unter Schiff. Schiffbruch. Im allgemeinen versteht man unter S. jede schwerere, durch die Elemente herbeigeführte Beschädigung eines Schiffs, bei der das Leben der Besatzung in Gefahr kommt. Die häufigste Art des S. ist das Stranden, wobei das Fahrzeug durch die Gewalt des Sturms und der Wellen an die Küste geworfen und dort meist nach kurzer Zeit zertrümmert wird. Gleichbedeutend mit Stranden ist Scheitern, nur daß sich dieses mehr auf das Auflaufen auf Klippen bezieht. Eine besondere Art des S. ist das Kentern oder Umwerfen des Schiffs durch einen plötzlichen Windstoß. Es tritt ein, wenn der Schwerpunkt zu hoch liegt und die Segel nicht zeitig genug fortgenommen werden, oder wenn die Ladung aus leicht verschiebbaren Stoffen, wie Getreide, Salz u. s. w., besteht und nicht Vorkehrungen getroffen sind, um bei schiefer Lage des Schiffs das Übergehen der geladenen Gegenstände nach einer Seite zu verhindern. Jedoch sind nicht immer die Elemente schuld am S.; oft wird er auch durch Nachlässigkeit oder Unwissenheit herbeigeführt, wenn der Ort des Schiffs nicht genau ermittelt und ein falscher, auf die Küste oder auf Untiefen führender Kurs gesteuert wird. Die Zahl der Schiffbrüche ist sehr groß. In den engl. Gewässern allein kommen durchschnittlich jährlich über 1000 vor, und im ganzen kann man die Zahl auf 6—8000 jährlich veranschlagen. Oft vernichtet ein einziger Wirbelsturm in der Nordsee und dem Kanal einige hundert Fahrzeuge.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 347Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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