Strychnos L., Pflanzengattung aus der Familie der Loganiaceen. Man kennt gegen 60 Arten, welche in den Tropengegenden der Alten und Neuen Welt vorkommen. Es sind meist kletternde Sträucher, seltener Bäume, die meisten Arten enthalten reichlich Strychnin (s. d.). Sie haben gegenständige ganze und ganzrandige Blätter und in endständige Trugdolden und Sträuße gestellte Blüten, welche aus einem vier⸗ bis fünfspaltigen Kelch, einer trichterförmigen Blumenkrone, vier bis fünf Staubgefäßen und einem oberständigen zweifächerigen Fruchtknoten mit kopfförmiger Narbe bestehen. Die Frucht ist eine einfächerige, inwendig breiige, auswendig mit lederartiger Schale bedeckte Beere. Die bekannteste Art ist der Krähenaugenbaum (S. Nux vomica L.), welche die eine Art von Brechnuß (s. d.) liefert. Dieser auf der Küste von Koromandel in Ostindien heimische Baum hat aschgraue Äste, glänzende, rundlich-eiförmige Blätter und gelbgrüne Blüten und trägt kugelrunde, bis 5 em dicke, orangegelbe, drei- bis fünfsamige Beeren, deren schildförmige Samen als Krähenaugen in den Handel kommen und sowohl in der Medizin als auch zur Herstellung des Strychnins verwendet werden. Ähnliche Eigenschaften wie die Samen dieser Art haben die sog. Ignatiusbohnen, die von dem auf den Philippinen einheimischen Ignatiusstrauch S. Ignatia Bery stammen. Von me rern zum Teil noch ungenau bekannten Arten stammen die sog. Pfeilgifte, z. B. das Upasgift, welches die Eingeborenen Javas zur Jagd und im Kriege zur Vergiftung ihrer Pfeile verwenden, von Tieute Lenh.; ferner die unter dem Namen Curare (s. d.), Urari u. s. w. bekannten Pfeilgifte der Indianer in Südamerika. Als Stammpflanzen dieser Gifte werden S. toxifera Schomb., S. Crevauxiana Baill. und einige andere gleichfalls im tropischen Südamerika wachsende Arten angegeben. Von der in Ostindien einheimischen S. colubrina L. soll das Holz, unter dem Namen Schlangenholz biß ein⸗ ein wirksames Mittel gegen Schlangen iß sein.