FeedStry (Abraham van)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Stry (Abraham van), nebst seinem Bruder Stifter der blühenden Malerschule zu Dordrecht, wurde daselbst 31. Dez. 1753 geboren. Er malte Porträts in Ol, Genrebilder in Metzus Manier und Landschaften in Cuyps Stil. Besonders ist er rühmlich bekannt durch seine innern Ansichten und auf Lichteffekt berechneten Bilder. Mit einigen Kunstfreunden und Künstlern stiftete er 1774 die Gesellschaft Pictura in Dordrecht, deren erster Präsident er war, und welche als die Pflanzschule der ausgezeichneten Maler bezeichnet werden kann, die aus jener Stadt in neuerer Zeit hervorgingen. Er starb 7. März 1826. Sein Bruder, Jakob Stry, geb. 1756, bildete sich bei dem Historienmaler Andr. Lens, ließ sich in Dordrecht nieder und widmete sich der Landschaftsmalerei, worin er bald einen hohen Rang behauptete. Zum Vorbild im Stil und in aufmerksamer Beobachtung der Natur hatte auch er seinen berühmten Landsmann Cuyp gewählt. Er starb zu Dordrecht 4. Febr. 1825. Strychnin, CHa:N.O2, heißt das höchst giftige Alkaloid, welches in den Krähenaugen (den Samen von Strychnos nux vomica), der Ignazbohne ([gnatius amara) und im Schlangenholze (Strychnos colubrina) neben Brucin sich findet. Es erscheint in kleinen farblosen Prismen von höchst bitterm Geschmack, reagiert alkalisch, löst sich schwer in Wasser, leicht dagegen in verdünntem Alkohol, in Benzol und in Chloroform. Mit Säuren bildet es die Strychninsalze, die ebenso wie das reine S. in ganz kleinen Gaben in der Medizin angewendet werden und ebenso giftig sind wie das S. selbst und schon in geringer Menge Starrkrampf bewirken. Die Behauptung, daß in der engl. Brauerei das S. in höchst verdünntem Zustand bei der Bereitung des Biers als Hopfensurrogat verwendet werde, hat sich als eine unbegründete erwiesen. Dagegen macht man von den Strychninsalzen, namentlich von dem salpetersauren S. in den Weststaaten der Union zum Vergiften der Pelztiere vielfach Gebrauch. Das S. ist toxikologisch mit großer Leichtigkeit nachzuweisen. über die physiol. Wirkungen des S. s. unter Brechnuß.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 319Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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