Stuccatürarbeit oder Stuck (ital. stucco) nennt man die aus Gips, Kalk und Sand hergestellte, anfangs weiche und daher leicht formbare, später aber hart werdende Masse, welche zum Überzug des Mauerwerks, oft auch des Holzes an Wänden und Decken, und zu Ornamenten aller Art im Innern, oft auch am Außern der Häuser angewendet wird. Die Masse wird ganz weich an der dafür bestimmten Stelle aufgetragen: sobald sie etwas erhärtet und zäh geworden ist, wird das Ornament modelliert und später mit Eisen nachgearbeitet. Zuweilen wird das Ornament auch einzeln für sich bearbeitet, oft gegossen und dann fertig an dem Ort seiner Bestimmung befestigt. Schon die Griechen wendeten eine Art Stuck als überzug für ihre nicht in Marmor ausgeführten Bauten an und behandelten oft ganze Tempel auf diese Weise. Auch den eigentlichen Stuck in seiner Anwendung für Ornamentik kannten sie schon. Die Römer verwendeten ihn in größter Ausdehnung an Wänden und Decken, zum Teil in reichster Ausbildung mit Bemalung und Vergoldung. Später ging die Kunst seiner Herstellung verloren und wurde erst im 14. Jahrh. in Italien wieder erfunden. Zur höchsten Vollkommenheit wurde sie in Italien zur Zeit Rafaels ausgebildet und von dort auch nach Deutschland übertragen. Die umfangreichste Anwendung des Stucks geschah im 18. Jahrh. Auch in unsern Tagen wird der Stuck in größter Ausdehnung vielfältig angewendet. In der letztern Zeit jedoch macht ihm besonders am Äußern die Terracotta zuweilen den Rang streitig. Der sog. Stuck-oder Gipsmarmor (stucco Iustro) ist eine besondere Art Stuck, der den Marmor imitiert. Er wird namentlich zur Bekleidung von Wänden und Säulen verwendet.