Sudras bilden die vierte oder niedrigste Abteilung des ind. Kasteninstituts, zu welcher hauptfs ächlich alle Handwerker und Bedienten der Mitglieder Aanba Kasten gehören, während die Waissas erbauer und kaufleute sind und die Kaste der Kschatrijas den Kriegerstand, die der Brahmanen den Priesterstand umfaßt. Die S., welche bereits in der spätern vedischen Zeit als letztes existenzberechtigtes Mitglied des ind. Staatswesens auftraten, bilden später den großen Haufen des ind. Volks. Vom Studium der Vedas sind sie ausgeschlossen. Doch gibt es für sie andere Religions- und Sittenbücher, welche verständlicher und anziehender sind, sodaß ihre geistige Bildung durch jene Ausschließung nicht leidet. Die S. sind nach ihren verschiedenen Beschäftigungen in Zünfte geteilt. Jeder Zunft steht ein Altmeister vor, welcher Gerichtsbarkeit zur Schlichtung der Streitigkeiten übt und die Ausstattung der Mädchen besorgt. Wenn S. sich mit Frauen der höhern Stände vermählen, so gehören die r Sdarf auch nur zum untersten Stande. Der S. darf sich ebensowohl wie jedes Mitglied der höhern Stände dem Einsiedlerstande hingeben und kann dadurch große Heiligkeit erlangen. Irrtümlich werden die S. und die Parias (s. d.) oft für identisch gehalten.