FeedSugillation (lat.)
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Sugillation (lat.), Blutunterlaufung, nennt man die Ausbreitung des aus den Gefäßen (meist Haargefäßen) ausgetretenen Blutes in den Geweben des Körpers. Da die Gefäße eine überall geschlossene Höhle bilden, so kann eine solche Blutaustretung nur durch eine Zusammenhangstrennung derselben, eine Verletzung, stattfinden, welche entweder von außen herkommt (am häufigsten durch Quetschung, Schlag, Stoß), oder durch innere Ursachen bedingt ist (z. B. durch Brüchigkeit der Gefäßwände, durch allzu starke Anhäufungen des Blutes an einer Stelle oder durch dünnflüssige, faserstoffarme Beschaffenheit desselben). Kleinere S. nennt man Petechien (s. d.), größere linienförmige Striemen (vibices), S. im engern Sinne besonders die unter der Oberhaut sichtbaren. Letztere verwandeln mit der Zeit durch Zersetzung des Blutrots und teilweise Wiederaufsaugung desselben ihre anfangs dunkelschwarzrote Farbe in eine violette, blaue, grünliche und gelbliche. Die S. werden meist durch die Natur ganz allein zerteilt. Zur Förderung der Zerteilung macht man kalte Umschläge mit Wasser, Essigwasser, Spiritus, wendet auch Massage an. Geht die S. in Entzündung und Eiterung über, so ist durch einen frühzeitigen Einschnitt das geronnene Blut zu entleeren.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 359Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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