FeedSulioten
GeschichteBrockhaus 1882

Sulioten, die Bewohner der später erworbenen Territorien, welche zu jenen in einer Art von Abhängigkeitsverhältnis standen. Obwohl den benachbarten Mohammedanern wegen ihrer Raubzüge sehr unbequem, blieben doch die S. lange Zeit unbehelligt, bis Katharina II. von Rußland sich auch ihrer Hilfe bei ihren Operationen gegen die Pforte bediente und ihnen dadurch größere Beachtung zuzog. In den J. 1789—91 fehdeten sie mit Glück gegen Ali Pascha von Janina; der letzte große Angriff auf Suli im J. 1792 endigte mit einer schweren Niederlage. Erst 1800 wagte Ali Pascha einen neuen Angriff. Obwohl er aber unter den Suliotenführern in Georg Botzaris einen Verräter gefunden hatte, vermochte er doch im Kampfe den Widerstand des Bergvolks nicht zu brechen und mußte sich mit einer Blockade der Zugänge des Gebirges begnügen, bis endlich im Sommer und Herbst 1803 die S. der Übermacht erlagen, aus ihrem Lande vertrieben und teilweise vernichtet wurden. Ihre überreste fanden in Parga und später auf den Jonischen Inseln eine Zuflucht, wurden aber 18²20, als Ali Pascha der Pforte gegenüber ins Gedränge kam, von diesem selbst gegen Beistandversprechen in ihre Heimat zurückgerufen. Der Fall Alis hatte auch den ihren zur Folge. Von Türken und Albanesen eingeschlossen, übergaben sie Aug. 1822 ihre Stellungen den Türken, wurden auf engl. Schiffen nach Cephalonien gebracht, und nahmen fortan in Griechenland einen hervorragenden Anteil an dem griech. Befreiungskampfe; viele von ihnen sind in Griechenland später zu Ansehen und Würden gekommen. Vgl. Perräbos, «Geschichte von Sult und Pargav (neugriech., 2 Bde., Vened. 1815; engl., 1825); Zinkeisen, «Geschichte des Osmanischen Reichs „ (Bd. 7, Gotha 1863); Mendelssohn-Bartholdy in Raumers «Histor. Taschenbuchv (4. Folge, Bd. 8, Lpz. 1867).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 362Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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