FeedSulkowsti
GeschichteBrockhaus 1882

Sulkowsti, eine poln. Fürstenfamilie im Posenschen und in Osterreichisch-Schlesien. Alexander Joseph S. war Kabinettsminister und General unter August III. und wurde, nachdem er von der Familie Leszezynski in Großpolen das Ordinat Reisen und die Grafschaft Lissa erkauft, 1733 in den Reichsgrafenstand erhoben, erhielt 1737 das Indigenat in den kaiserl. österr. Erblanden und 1752, nach Ankauf des Fürstentums Bielitz in Ssterreichisch-Schlesien, für sich und seine Descendenz die Sohnen ha Würde. Er starb 1762. Von seinen Söhnen hatten nur zwei Nachkommen, und so teilte sich das Haus S. in die beiden noch bestehenden Linien von Bielitz und von Reisen. Der Stifter der zweiten Linie, welche auf dem Schlosse Reisen residiert, war Anton S. (gest. 16. Jan. 1796). m folgte im Ordinat sein Sohn Anton Paul, ürst S. Kes zu Lissa 31. Dez. 1785), der in arschau, Breslau und Göttingen seine wissen-Auszeichn Bildung erhielt. Er diente mit großer Auszeichnung in dem von Napoleon 18086 errichteten poln. Armeekorps, ging 1808 an der Spitze eines Regiments nach Spanien, von wo er 1810 als Brigadegeneral zurückkehrte, befehligte 1812 die Avantgarde des Korps des Fürsten Poniatowski, ward Divisionsgeneral und übernahm nach Poniatowskis Tode den Oberbefehl über die Überreste der Ruact Armee. Als Napoleon diesem Korps die ckkehr nach Polen verweigerte, legte er das Kommando nieder und zog sich nach Warschau zurück. Bei der Wiederherstellung der poln. Armee wurde S. Mitglied des Kriegskomitee und später Generaladjutant beim Kaiser Alexander, ging aber 1818 auf seine Besitzungen im Großherzogtum Posen zurück. Von Friedrich Wilhelm III. wurde er 1824 zum Marschall des ersten posener Landtags, bald darauf zum Mitglied des Staatsrats ernannt. Er starb 13. April 1836. Ihm folgte im Ordinat von Reisen sein einziger Sohn August Anton, Fürst S., geb. 13. Dez. 1820, dessen Güter Friedrich Wilhelm III. unter Kuratel stellte; er starb auf seinem Schlosse zu Reisen durch Erstickung an Kohlendunst 20. Nov. 1882. Ihm folgte sein Sohn Anton S., geb. 6. Febr. 1844. Der Stifter der ersten Linie, welche das Herzogtum Bielitz (170 qkm) besitzt und zu Bielitz residiert, wurde Franz S. (gest. 22. April 1822), dem sein Sohn Johann Nepomuk S. folgte. Dieser starb 6. Dez. 1835, worauf dessen Sohn Ludwig S., geb. 14. März 1814, das Herzogtum erbte; er starb 18. Febr. 1879. Ihm folgte sein Sohn Joseph S., geb. 2. Febr. 1848. — Ein natürlicher Sohn von Franz S. war Joseph S., der ungewöhnliche Talente entwickelte, früh ins poln. Heer trat und 1792 gegen die Russen focht. Als Stanislaw August 1792 der Konföderation von Targowiza beitrat, ging er nach Paris und wurde vom Wohlfahrtsausschuß als Chargé d'Affaires nach Konstantinopel Acseiuf Nach der Erhebung der Polen unter osciuszko eilte er nach Polen, ging aber nach der Schlacht bei Maciejowice wieder nach Paris zurück und wurde als Hauptmann zu der franz. Armee nach Italien geschickt, wo er in Berthiers Generalstabe eine Anstellung fand. Bald darauf wurde er Bonapartes Adjutant, begleitete diesen nach Agypten und fiel bei dem Aufstande in Kairo 21. Okt. 1798. S.s Mémoires historiques, politiques et militaires sur les révolutions de la Pologne 1792 —94, la campagne d'Italie 1796 et 1797, Pexpédition du Tirol et les campagnes d'Egypte 1798 gab Hortensius de Saint-Albin (Par. 1832) heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 362Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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