Surrey (Henry Howard, Graf von), engl. Dichter, geb. 1516 oder 1517, der älteste Sohn des Herzogs von Norfolk, wurde am Hofe Heinrichs VIII. mit dessen natürlichem Sohne, dem Herzog von Richmond, erzogen, den er auch auf die Universität e Orford begleitete. Im J. 1540 trat er in Staats- und Kriegsdienste und bewies sich als tüchtiger Krie-e ger namentlich in den Feldzügen gegen Schottland d (1542) und Frankreich (1544). Seine Feindschaft i mit dem Grafen von Hertford, Schwager des Königs, und unvorsichtige Reden fhrten sein Verderben herbei. Er wurde des Hochverrats angeklagt a und im Tower zu London 21. Jan. 1547 enthaup⸗(l. tet; sein obenfalls verhafteter Vater wurde durch K Heinrichs VIII. Tod gerettet. S. war seit Chaucer d „der erste bedeutende engl. Dichter. Seine Hauptstärke liegt in den lyrischen Gedichten, namentlich in den Liebesliedern, in denen er Geraldine, wahrscheinlich die noch im kindlichen Alter stehende Tochter des Grafen von Kildare, besang. Er führte zuerst das Sonett und den reimlosen iambischen Fünffüßler in die engl. Sprache ein. Hoher Flug der Einbildungskraft ging ihm ab, aber er besaß Gefühl und Zartheit. Sein Vers ist fließend und wohlklingend, seine Sprache elegant und rein. Seine Gedichte erschienen zuerst 1557, neuere Ausgaben besorgten Nott (zusammen mit Sackvilles Gedichten, 2 Bde., Lond. 1815 — 16; neue Ausg. 1871) und Bell (Lond. 1854).