FeedSynonhmen
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Synonhmen (synonzma) nennt man sinnverwandte oder solche Wörter, die sich durch gewisse Merkmale voneinander unterscheiden, aber einen höhern Begriff gemein haben. Sie sind nicht mit den Homonymen, d. h. Wörtern von gleichem Laute, aber verschiedener Bedeutung, zu verwechseln. So bezeichnen die Ausdrücke Argwohn und Verdacht im allgemeinen ein auf unzureichenden Gründen beruhendes nachteiliges Urteil, unterscheiden sich aber dadurch, daß der Argwohn auf subjektiven, der Verdacht auf objektiven Gründen beruht. Der oft sehr feine Unterschied kann meist durch eine sichere Begründung und scharfe Bestimmung der Etymologie der betreffenden Wörter entwickelt werden. Alle synonymen Begriffe sind einander entweder koordiniert, d. h. sie stehen als Arten unter einem unmittelbaren höhern Begriff, wie z. B. Argwohn und Verdacht, oder sie sind einander subordiniert, wie etwa Kleidung und Kleid, Leid und Schmerz. Für den mündlichen Ausdruck wie für die schriftliche Darstellung ist es oft von großer Wichtigkeit, daß nicht eine Vertauschung der sinnverwandten Wörter eintritt; die Feststellung der Regeln über die genaue und richtige Unterscheidung solcher Wörter ist die Aufgabe der Synonhmik. Schon die alten griech. Grammatiker erkannten die Notwendigkeit dieser Lehre und machten die ersten Versuche im Sammeln und Erläutern der S. In neuerer Zeit sind die S. der lat. Sprache besonders von Döderlein, die der griech. Sprache am besten von Heinr. Schmidt und die der deutschen Sprache von J. A. Eberhard und Maaß, sowie von Weigand und Sanders sorgfältig behandelt worden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 409Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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