Syrus (Publilius), ein berühmter röm. Mimendichter unter Cäsar und Augustus, der jüngere Zeitgenosse und Nebenbuhler des Laberius, kam aus Syrien als Sklave nach Rom, wurde aber wegen seiner Talente später freigelassen und führte seine dramatischen Spiele mit großem Beifall in den ital. Städten auf. Vorzüglich schätzte man seine Mimen (s. d.) wegen der darein verwebten zahlreichen Sittensprüche, die ebenso wahr als schmucklos sind. In einigen Handschriften befanden sich Sammlungen solcher Sententiaer des S., freilich in verderbter und durch anderweitige Zusätze entstellter Form. Nach ältern Ausgaben von Erasmus (Straßb. 1515) u. a. und den neuern, aber unkritischen von Bohle (in den Fragmenta comicorum Latinorum9), Zell (Stuttg. 1829), Reinhold (Anklam 1838) und zugleich mit deutscher Übersetzung Kremsier (2. Aufl., Lpz. 1834) lieferten Wölfflin (Lpz. 1869), Ribbeck in den Comicorum Romanorum fragmentas (2. Aufl., Lpz. 1873), A. Spengel (Berl. 1874) und W. Meyer (Lpz. 1880) kritisch gesichtete Ausgaben. Vgl. W. Meyer, „Die Sammlungen der Spruchverse des Publilius S.» (Lpz. 1877).