Szekler (ungar. Szekelyek) ist der Name eines im Osten und Nordosten Siebenbürgens wohnenden ungar. Volksstammes, dessen Ansiedelungszeit nicht mit histor. Gewißheit zu ermitteln ist. Gleichheit der Sprache, der körperlichen Beschaffenheit und des Charakters setzen die Stammverwandtschaft der S. mit den Magyaren außer Zweifel. An der Grenze wohnend, waren sie stets den feindlichen Einfällen zuerst ausgesetzt, sodaß sie ihre geogr. Lage zu schlagfertigen Grenzwächtern machte. Sie waren in Vornehme (fo-népek, primores), Primipilen (lö-fök, Roßhäupter, weil sie Reiterdienste thaten) und Gemeine (Köznépek oder pixidarii) eingeteilt, genossen aber sämtlich adelige Vorrechte und verteidigten auch ihre Privilegien mit den Waffen. Weil sie sich der Räkoöczischen Sache angenommen, wurden die «Gemeinens 29. April 1711 zur Ablieferung der Waffen vermocht und der Steuer unterworfen. Als man aber 1764 auch unter ihnen Grenzregimenter bildete, erhob sich ein Aufstand, dessen Besiegung (lat. siculicidium) viel Blut kostete. In den Kämpfen von 1848 und 1840 rfocht Bem seine Siege in Siebenbürgen hauptächlich durch die Tapferkeit der S. Durch die Reorganisation Ungarns und Siebenbürgens nach der Revolution verloren sie ihre Sonderverfassung d und Vorrechte und wurden den übrigen Landesbe-f wohnern gleichgestellt. Doch erfolgte 1865 die Wie derherstellung ihrer Stühle. Das Szeklerland d war nämlich eins der drei Gebiete, in welche Sie-r benbürgen (s. d.) nach der Nationalität seiner Bewohner zerfiel. Es umfaßte auf einem Flächenraum von 11 780 qkm die fünf Stühle Udvarhely, 1 Haromszek, Csik, Maros und Aranyos. Gegenwärtig ist das frühere Szeklerland in die Komitate Csik, Häromszek, Udvarhely und Maros-Torda einteilt. Im Norden und Osten von hohen Geirgen und dichten Waldungen bedeckt, gehört es im Süden und Westen zu den fruchtreichsten Teilen Siebenbürgens, Getreidebau und Viehzucht bilden fast die ausschließliche Nahrungsquelle der an 650000 Seelen starken Bevölkerung, von denen 450 000 dem Szeklerstamme angehören; die S. bekennen sich entweder zur röm.⸗kath. Kirche oder zur reform. Kirche, nur wenige sind Unitarier. Die Bevölkerung ist im allgemeinen s pärlich; die Arbeitswanderung nach Rumänien allgemein in Übung. Die S. sind ein fruchtbarer begabter Volksstamm. Ihre Hauptstadt ist Maros-Väsärhely (s. d.).