Tanacẽtum L., Pflanzengattung aus der Familie der Kompositen. Man kennt gegen 30 Arten, die in der nördl. gemäßigten Zone eine ausgedehnte Verbreitung besitzen. Es sind krautartige Gewächse,‚ zum Teil auch Halbsträucher mit meist fiederspaltigen Blättern und gelben in Ebensträußern gestellten Blütenköpfchen, denen die Strahlblüten in der Regel fehlen. In Deutschland ist nur eine Art einheimisch, der sog. Goldknopf oder Rainfarn, T. wuigare L.; er findet sich häufig an Flußufern und fällt durch seine zahlreichen goldgelben Blütenköpfchen sofort auf. Die Blüten waren früher unter den Namen Plores Tonaceti als Wurmmittel offizinell und werden auch jetzt noch häufig als Hausmittel gebraucht. Das Kraut enthält einen Bitterstoff und wird deshalb in Rußland als Surrogat für Hopfen benutzt, außerdem soll es fein erieben und auf rohes Fleisch gestreut die Schmeiß-Megen von demselben abhalten. Eine in Südeuropa Art, das sog. Marien⸗ oder Pfefferblatt, auch Frauenminze genannt, Balsamita L., mit ungeteilten gesägten Blättern, wird häufig wegen des aromatischen Geruchs der Blätter als Gartenzierpflanze kultiviert und dient gleichfalls als Mittel gegen Würmer.