Guido von Lusignan, König von Jerusalem, aus einem alten Dynastengeschlecht in Poitou stammend, heiratete 1180 die verwitwete Markgräfin von Montferrat, Sibylle, die Tochter des Königs Amalrich von Jerusalem, und wurde infolge dessen 1182 Stellvertreter seines erblindeten Schwagers Balduin IV. von Jerusalem. Da er aber in dem Kampfe gegen Saladin sich nicht bewährte, so vererbte der kinderlose König 1185 die Krone auf G.s unmündigen Stiefsohn, Balduin von Montferrat, und bestellte den Grafen Raimund von Tripolis zum Vormund desselben. Indessen erreichte G. durch des jungen Königs sfrühzeittaen Tod, den man ihm zur Last legte, dennoch sein Ziel und begann nun seine Herricherausbahn damit, daß er sich mit dem Feinde der Christenheit gegen den ihm verhaßten Raimund verband. Allein dieses Bündnis bestand nicht lange, und schon 1187‚ wendete sich G. vereint mit den übrigen christl. Häuptlingen gegen Saladin, wurde jedoch in der Schlacht bei Hittin 5. Juli besiegt und gefangen. Seine Freilassung war an das gegebene Verspreen geknüpft, daß er der Krone entsagen wolle. aum aber auf freien Fuß gesetzt, brach er dasselbe und suchte von neuem sich auf seinem Throne zu befestigen, der ihm nach dem Tode seiner Gemahlin 1190 mehrfach streitig gemacht wurde. Zuletzt ergriff er die Gelegenheit, sein Königreich Jerusalem an Richard Löwenherz gegen Cypern, welches derselbe einem griech. Fürsten entrissen hatte, zu vertauschen; doch mußte er diese Insel zuvor den Templern, die dieselbe bereits in Besitz hatten, abkaufen. So wurde er 1192 der Stifter eines neuen fränk. Königreichs, welches er 1194 auf seinen Bruder Amalrich vererbte, unter dessen Nachkommen dasselbe bis 1473 fortbestand.