FeedBalduin I.
GeschichteBrockhaus 1882

Balduin I., König von Jerusalem von 1100— 18, jüngster Bruder des Herzogs Gottfried von Bouillon (s. d.), nahm teil an dem ersten Kreuzzuge, entzweite sich aber mit den übrigen Heerfüh rern und zog nach Edessa, wo er von dem dortigen Herrscher adoptiert und, nachdem dieser von seinen aufrührerischen Unterthanen ermordet war, selbst Fürst ward. Nach seines Bruders Gottfried Tode, 1100, übernahm er trotz des Widerstandes, der von Tancred und dem Patriarchen ausging, bie Nachand und ließ sich nach einem siegrei *** auch als König krönen. In unablässigen Kämpfen gewann er die E Werbt mit den wichtigsten Städten, wodurch die Ver indung mit dem Abendlande esichert war; ogl. darüber H. von Sybel in chmidt's „Zeitschrift für Geschichter (Bd. 3. über das Königreich erusalem 1100—3175). Auf einem abenteuerlichen Feld uge I1 Agypten starb er im März 1118. — hm 10 gte als König von Jezusalem, von 1118—31, sein Vetter B. II. (B. du gurg), bisher Graf von Edessa, unter dem, mit hilfe einer venet. Hlotte, Tyrus 1124 erobert und die Orden der Johanniter und der Tempelherren 1n gestiftet wurden. Von den Türken gefangen, mußte t,‚er eine I ahrige Haft aushalten. Er starb 21. 1Aug. 1131 mit Hinterlassung von vier Töchtern. t Ihm folgte —55 Schwiegersohn Fulko, Graf von r Anjou, der bis 1142 regierte. — B. III., König „von Jerusalem von 1143 —62, der Sohn und t Nachfolger Fulkos, geb. 1129, ein Muster des Ritterntums befreite sich 1152 von der Vormundschaft seirner Mutter Melisenda und gewann in demselben Jahre einen Sieg bei Jerusalem, erlitt aber 1157 durch Nureddin, den Sultan von Aleppo, eine furchtbare Niederlage bei der Jakobsfurt am Jore dan. Der Sieg am See Tiberias 1158 stellte das Ansehen seines Reichs her, worauf er in Ruhe fregierte und sein Reich im nnern und nach außen Tiee suchte. Durch seine Vermählung mit 7 er an demselben einen Bundesgenossen. 30 war dessen Feldzug gegen Nureddin alan bleibenden Erfolg und das Reich von Jerusalem sowol durch den unglücklichen zweiten Kreuzzug wie auch durch die unaufhörliche innere Zwietracht zu tief erschüttert, um zu gesicherter Cxistenz gelangen u können, um so mehr, da auch B. schon in der lüte seiner Jahre zu Tripolis in yrien, 10. Febr. 1162 starb, wie man glaubt an Gift. Ihm folgte hur ruder Amalrich in der Regierung, der 1173 tarb. — B. IV., der Sohn und Nachfolger Amalrichs, gewöhnlich der + genannt, regierte bis 1183, wo der uWan e B. V., ein Sohn des Grafen Wilhelm von Dulerat und Sibylles, der Schwester B.s IV., zum König ausgerufen ward, der 1186 starb, ein Jahr vor Jerusalems Wiedereroberung durch Saladin.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 394Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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