Tarquinii, eine Stadt im südl. Teile des alten Etrurien, unweit des Meers, lag in der Nähe des jetzigen Corneto am Flusse Marta, etwa 65 km von Rom entfernt. Die Gründung dieser Stadt wird, wie die des benachbarten Agylla oder Cäre, den sog. tyrrhenischen Pelasgern zugeschrieben. (S. Etrurien.) Solange Etrurien mit Griechenland in lebhaftem Seeverkehr stand, spielte T. eine hervorragende Rolle im etrurischen Zwölfstädtebunde; später aber zog sich dessen Schwerpunkt mehr den Binnenstädten zu. Nach der Tradition soll T. Rom die Dynastie der Tarquinier gegeben haben. (S. Tarquinius Priscus.) Der röm. Republik, die nach dem Falle Veiis weiter in Ctrurien vordrang, suchte sich T. mit seinen Nachbarstädten im Kriege von 358 v. Chr. zu widersetzen, mußte aber 351 und aufs neue, nachdem die Etrusker infolge der Kriege der Römer mit den Samniten aufs neue sich erhoben hatten, und jetzt in völliger Abhängigkeit, im J. 308 einen 40jährigen Frieden schließen. Von der alten Stadt sind nur noch geringe Reste erhalten. Dagegen hat sich in dem gegenüberliegenden Felsen, auf welchem Corneto liegt, die Begräbnisstätte des alten T. mit höchst interessanten Grabdarstellungen erhalten. Vgl. Stackelberg, «Alteste Denkmäler der Malerei aus den Hypogäen von T. » (Stuttg. 1827); Abeken, „Mittelitalien nach seinen Denkmalen» (Stuttg. 1843); Canina, «Etruria maritimap (2 Bde., Rom 1846 —51); Dennis, &The cities and cemeteries 0f Etruriav (Lond. 1849; deutsch, 2. Aufl., Lpz. 1879).