FeedTauschwirtschaft
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Tauschwirtschaft heißt im Gegensatz sowohl zu der frühern Naturalwirtschaft wie zu der kommunistischen Idealor anisation der Gesellschaft die egenwärtig in der Kulturwelt durchaus vorherrschende wirtschaftliche Ordnung, nach welcher die Einzelwirtschaften vorzugsweise nicht solche Güter produzieren, die sie selbst brauchen, sondern solche, gegen welche sie unter Vermittelung des Geldes ihre eigentlichen Bedarfsgegenstände eintauschen können. Es wird dadurch das Prinzip der Arbeitsteilung ur die ganze Volkswirtschaft zur Geltung gebracht: jeder liefert dasjenige, was er mit seinen Fähigteiten und Mitteln unter den gegebenen Umständen und an der gegebenen Stelle verhältnismäßig am besten produzieren kann, und somit wird die Produktivität der Gesamtheit möglichst gesteigert. Allerdings ist mit diesem System der Mißstand verbunden, daß der einzelne Produzent häufig nicht im Stande ist, die Marktverhältnisse richtig zu beurteilen, und daher sein Angebot weiter ausdehnt, als Nachfrage vorhanden ist. So können Überproduktion (f. d.) und Krisen eintreten. (S. Abs atz.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 507Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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