Temes (spr. Temesch), bei den Alten Libiscus, ein linker Nebenfluß der Donau, entspringt in dem Gebirge der ehemaligen banatischen Militärgrenze, fließt anfangs südwestwärts, wendet sich aber alsbald durch die Paßgegend des Teragovaer und Szlatinaer Schlüssels gegen Norden, fließt dann in einem großen, gegen Süden geöffneten Bogen mit zahlreichen Krümmungen durch das Banat und mündet unterhalb Pancsova in die Donau. Die T. ist 440,2 km lang, erreicht eine Breite von 64 m, wird anfangs zum Holzflößen, dann zur Schiffahrt benutzt, nimmt links die Bogonicz und Berzava auf und erteilt dem Begakanal, der die Verbindung mit der Theiß herstellt, mittels des von Kosztil bis Kiszetö reichenden Zwischenkanals zum Teil das Speisewasser. Nach der T. wurde das Temeser Banat benannt, jenes Gebiet, welches, zwischen der Maros im Norden, der Theiß im Westen, der frühern Militärgrenze und Siebenbürgen im Süden und Osten gelegen und die drei Komitate Torontal, Temes und Krassoö begreifend, 1849 mit der Serbischen Wojwodschaft zu einem eigenen Kronlande der österr. Monarchie vereinigt, im Dez. 1860 jedoch (bei Aufhebung dieses Kronlandes) wieder dem Königreich Ungarn zurückgegeben wurde. Das Temeser Komitat gehört zum ungar. Kreise jenseit der Theiß und zählt auf 7135,25 àkm (1880) 396 045 E., von denen 39,02 8 Rumänen, 35,6 Proz. Deutsche, 14,55 Proz. Serben und Kroaten, 6,80 Proz. Magyaren sind; außerdem leben hier noch Bulgaren, Zigeuner u. a. Der Konfession nach zerfällt die Bevölkerung in 40,70 Proz. röm. Katholiken, 50,Proz. Griechisch-Orientalische, 2,84 Proz. griech. Katholiken, 2,35 Proz. Lutheraner, 1, Proz. Juden und 1,29 Proz. Reformierte. Das Gebiet ist im Süden gebirgig, im Norden hügelig; der Boden im allgemeinen fruchtbar und gut bebaut. An den Abhängen der Berge und Hügel gedeiht die Rebe vortrefflich. Das Komitat hat 11 Stuhlbezirke, 2 königl. Freistädte, 2 Städte mit geregeltem Magistrat, 15 Marktflecken und 207 Dörfer. Hauptstadt ist Temesvar (s. d.).