Teniers (David), der Altere, brabanter Maler, geb. zu Antwerpen 1582, gest. ebendaselbst 1649, ging nach Rom, wo er sich an A. Elzheimer anschloß. Er malte große histor. Kompositionen, hauptsächlich aber Ahnlichel Schenkstuben, Marktschreier und andere ähnliche Genregegenstände. Im J. 1635 weilte er in Paris, wohin ihm seine als Maler thätigen Söhne gefolgt waren. Der begabteste unter ihnen war David T., der Jüngere, geb. 15. Dez. 1610 in Antwerpen, gest. 25. April 1690 in Brüssel. Derselbe war anfangs Schüler seines Vaters, vollendete seine Bildung wahrscheinlich unter Brouwer und wurde 1632 als Meister von der Lukasgilde zu Antwerpen aufgenommen. Sein Ruf verbreitete sich schnell im In⸗ und Auslande. Der Erzherzog Leopold Wilhelm von Osterreich in Brüssel war sein erster Gönner und ernannte ihn zu seinem Hofmaler und Kammerdiener, nachher auch zum Inspektor seiner Gemäldegalerie, deren Schätze später mit denen der k. k. Sammlung in Wien vereinigt wurden. König Philipp IV. von Spanien war ein so enthusiastischer Freund von den Gemälden T.“, daß er für die alleinige Aufstellung derjenigen, welche er ihm auftrug, eine eigene Galerie in seinem Palast errichten ließ. Im Besitz eines beträchtlichen Vermögens, ließ er sich bei dem Dorfe Lerck, 15 Em von Brüssel, das Schloß Zu den drei Türmen» (Dry Toren) bauen, welches sein Lieblingsaufenthalt wurde, und wo sich alles, was Belgien damals an ausgezeichneten Männern von Stande, in der Litteratur, Wissenschaft und Kunst zählte, zu versammeln pflegte. Auch befand sich hier immer eine Anzahl von Schülern des Meisters, unter welchen D. Ryckaert, J. Abtshoven, G. van Tilburg, M. van Helmont, F. Duchätel zu den vorzüglichsten gehören. Bisweilen behandelte er streng histor. Gegenstände, 3. B. Geschichten des Neuen Testaments, die er in seine Bauern⸗ und Soldatenwelt verlegt und wie Schenk- und Wachtstubenscenen auffaßt. Auch malte er oft Höllen⸗ und Gespenstererscheinungen, Hexenritte, Versuchungen des heil. Antonius und dergleichen ergötzliche Dinge, deren abenteuerliche Spukgestalten ebenfalls einen bäurischen Anstrich haben. Andere Gemälde führen den Beschauer in Alchimistenlaboratorien, Küchen, Rüst⸗ und Speisekammern, wo allerlei Gerät und Proviant zusammengehäuft ist. Am häufigsten jedoch sind Darstellungen aus dem sonn⸗ und werkeltäglichen Verkehr des Bauernlebens: Kirchweihen, Hochzeiten, Jahrmärkte, Zechgelage, Kegelspiele und andere bäuerliche Belustigungen im Freien, Wirtshausstuben mit Biertrinkern, Tabakrauchern, Karten- und Würfelspielern. Die flandr. Bauern, ihre Haltung, ihre ganze Persönlichkeit, ihre Kleidung und Umgebung sind vortrefflich und scharf charakteristisch wiedergegeben. Endlich finden sich auch Landschaften und Strandstücke mit entsprechender Staffage von seiner Hand. T. hat zahlreiche Bilder geliefert, und es gibt kaum ein Kabinett, das nichts von ihm aufzuweisen hätte. Dabei sind viele kleine Stücke, die sog. Apres-diners, weil T. sie in einem Nachmittage malte, Meisterstücke von feiner, leichter und geistreicher Tokkierung. Die Werke seiner ersten Zeit tragen noch zu viel von der Manier seines Vaters an sich und haben einen bräunlichen, ungefälligen Ton. Seine mittlere Zeit ist die seiner Stärke, wo ein heller, klarer Goldton oder ein zarter, kühler Silberton sich mit leichtem und eistreichem Vortrage verbinden, der spielend Licht, Farbe, Leben und Ausdruck überall hin verbreitet. In seiner letzten Zeit änderte er seine Behandlungsweise und fiel in einen rötlichen Ton, den er sowohl in die landschaftlichen Hintergründe als in die Figuren hineinbrachte, was die Wirkung derselben sehr beeinträchtigt. Nach T. Bildern wurden viele Kupferstiche gefertigt. Die Blätter von den franz. und engl. Stechern allein belaufen sich auf mehr als 500. Auch hat er selbst einige Platten radiert.