Tepl (slaw. Teplä), Stadt im westl. Böhmen, in freundlicher Umgebung am gleichnamigen Flüßchen, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, zählt (1880) 2733 deutsche E., die neben den adlischen Gewerben zumeist Landwirtschaft und starken Handel mit Flachs betreiben. Merkwürdig ist die Stadt durch seine Pfarrkirche, die schöne Dreifaltigkeitsstatue und das nahegelegene Prämonstratenserstift, welches, 1193 von Renata von Gutenstein gegründet, trotz der wiederholten Verheerung durch die Hussiten sich erhalten hat. Das Entstehen und Aufblühen des Kurorts Marienbad ist ein Verdienst dieses Klosters, in dessen Gutsbereich der Kurort gehört. Das Klostergebäude enthält eine bedeutende Bibliothek und ein reichhaltiges Archiv.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 562Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei