FeedTrebitsch (slaw. Tbebiz)
ErdkundeBrockhaus 1882

Trebitsch (slaw. Tbebiz), Stadt im westl. Teile von Mähren, in hügeliger Gegend am Iglavafluß, ist Station der Linie Wien-Tetschen der Osterreichischen Nordwestbahn und der Böhmisch-Mährischen Transversalbahn, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts und besteht aus der alten, ehemals befestigten Stadt, mehrern Vorstädten und den Nebengemeinden Judenstadt und Unterkloster. Von den 10452 C. (1880) entfallen 1262 auf die Judengemeinde und 1109 auf Unterkloster. Nach der Nationalität sind sie mit geringen Ausnahmen Slawen; sie treiben städtische Gewerbe und Handel, Tuchindustrie und Ledergerberei, Schuhmacherei und etwas Ackerbau. Beachtenswert ist die Schloßkirche im übergangsstil, um den Anfang des 12. Jahrh. erbaut, und die Krypta unter dieser Kirche mit prachtvollen Säulenhallen im roman. Stil. Das Schloß des Grafen Waldstein mit seinen schönen Gartenanlagen nimmt die Stelle der ehemaligen Benediktinerabtei ein die, um 1109 gegründet, nach wechselvollen Schicksalen und namentlich nach den harten Einbußen im Kriege mit dem König Matthias von Ungarn 1468 aufgehoben wurde. Die Güter des Stiftes fielen an den Staat, der sie zuerst verpfändete, dann verkaufte. Seit 1628 ist das Gut Trebitsch im Besitze der gräflichen Familie von Waldstein.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 819Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 10

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6