Testakte (vom engl. test, d. h. Probe oder Prüfung) nannte man in England ein Gesetz, welches 1673 das Parlament von Karl II. erzwang, um das Einschleichen der Katholiken in die Amter zu hintertreiben. Nach dieser Akte mußte jeder öffentliche Beamte, im Civil- wie im Militärdienst, außer dem Supremateid (s. d.) und den damit verbundenen Eiden noch einen besondern Schwur (den Testeid) leisten und unterschreiben, daß er nicht an die Lehre von der Verwandlung des Brotes und Weins in den wahren Leib und das wahre Blut Christi im kath. Sinne glaube. Obschon im Laufe der Zeit die übrigen gegen die Katholiken erlassenen Gesetze außer Wirksamkeit gerieten, blieb doch der Testeid bestehen, sodaß sich die Katholiken von öffentlichen Amtern, sowie von einem Sitz im Parlament fortwährend ausgeschlossen sahen. Die seit der Union Irlands mit England (1800) immer kräftiger hervortretenden Bestrebungen der liberalen Partei zur Emancipation der Katholiken bezogen sich daher vornehmlich auf die Abschaffung dieses Eides. Unter dem Toryministerium Wellington— Peel wurde endlich durch Parlamentsacte 13. April 1829 der Testeid aufgehoben.