Thale (am Harz), Pfarrdorf, Solbad und klimatischer Luftkurort, im Kreise Aschersleben der preuß. Provinz Sachsen, zählt (1885) 4422 E., liegt 193 m über dem Meere, am Fuße des Harzes und an der Bode in schöner waldreicher und geschützter Gebirgsgegend, am Eingange des wildromantischen Bodethals, ist Station der Linie Wegeleben-T. der Preußischen Staatsbahnen, hat ein großes Eisenhüttenwerk, welches an 1000 Arbeiter beschäftigt, eine große Bierbrauerei, eine Cementfabrik, eine große Ziegelbrennerei, eine Sägemühle, zwei Wollspinnereien und eine Fabrik zur Anfertigung emaillierter Blechgeschirre; ferner eine Badeanstalt Hu bertusbad mit einer Solquelle, welche nahezu 25prozentigen Gehalt an Chloraten hat, eine Kaltwasserheilanstalt und viele elegante Villen und Gasthäuser zur Aufnahme von Sommerfremden. Die Fremdenfrequenz der Saison beträgt über 16000. In unmittelbarer Umgebung von T. befinden sich der großartigsten Partien des Harzes, wie die Roßtrappe und der Hexentanzplatz (450 m über dem Meere); diese Punkte sind durch sehr kunstvoll und bequem angelegte Wege in 35 Minuten von T. erreichbar. Von T. führt außerdem ein 1863 von der Magdeburg-Halberstädter Eisenbahngesellschaft angelegter Fußweg durch die äußerst romantischen Felspartien des Bodethals (Bodekessel) bis nach dem 12 km westlich gelegenen Treseburg.