FeedTheodat (Theodahad)
GeschichteBrockhaus 1882

Theodat (Theodahad), ostgot. Amelunge, Vetter der Königin Amalasuntha, der Tochter des großen Theodorich, großer Grundherr in Tuscien, bot als feiger, völlig zum Römer gewordener Renegat heimlich dem oström. Kaiser Justinian I. die Hand, um Italien wieder der got. Herrschaft zu entreißen. Als er im J. 534 Gemahl und Mitregent Amalasunthas geworden war, beeilte er sich, ihre persönlichen Anhänger zu beseitigen, um dann die Königin selbst gefangen nach einer Insel des Bolserer Sees führen und daselbst ermorden zu lassen. Als ihm nun der oström. Kaiser auf Grund dieses Mordes den Krieg erklärte, der 535 durch Belisar eröffnet wurde, zeigte sich T. unentschlossen und feig; als dann Belisar im Febr. 536 in Unteritalien landete und Neapel eroberte, stürzte eine ot. Heeresversamm hrone und wählte Witichis zum König. T. wurde auf der Flucht von Rom nach Ravenna durch den Goten Optari getötet (gegen Ende des J. 5369.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 613Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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