Thessalonicher (Briefe an die) gehören zu den kleinern paulinischen Briefen im neutestamentlichen Kanon. Wenn sie wirklich von Paulus herrühren, sind sie die ältesten sämtlicher paulinischen Briefe und bald nach Stiftung der Gemeinde von Thessalonich von Korinth aus geschrieben. Der erste Brief enthält neben allerlei der persönlichen Apologie des Apostels gewidmeten Ausführungen Belehrunen über die bevorstehende Wiederkunft Christi und ahnungen an die Leser zur Standhaftigkeit in Bed3s Meic und zu einer würdigen Vorbereitung auf das Reich des Herrn. Der zweite Brief kündigt in dunkler Rede an, daß vor der Wiederkunft Christi erst der Antichrist, der Mensch der Ungesetzlichkeit, erscheinen und sich in den Tempel Gottes setzen werde, und warnt die Leser, sich durch angebliche Briefe des Apostels nicht irre machen zu lassen. Die Echtheit des ersten Briefs ist von Baur und seiner Schule, zuletzt von Holsten und Steck, bestritten worden, wird aber von den meisten Kritikern festgehalten; dagegen ist die Echtheit des zweiten Briefs sehr zweifelhaft. Einige haben dieselbe durch die Annahme, der Brief sei interpoliert, aufrecht erhalten wollen. Vgl. P. W. Schmidt, Der erste Thessalonicherbriefs (Berl. 1885).