Tibbu, Tubu (ein Einzelner heißt ein Tedetu), ein Volk in der östl. Sahara. Es zerfällt in die das Tedaga sprechenden Teda in Tu und in die das Däsaga sprechenden Dasa, welche Borgu, Kanem und Bahr-el-Gasal bewohnen. Gegen Norden erstrecken sich die T. bis zum 25. Breitengrade im südl. Fezzan, während sie früher viel weiter hinaufreichten. Im Westen überschreiten sie noch ein wenig die ihnen gehörige Bilmastraße, im Südwesten reichen sie bis nach Bornu hinein. Ihre südöstl. Grenze ist unbekannt, während sie im Osten bis nach Agypten hin schweifen. Die gebirgigen Landschaften Tibesti, Borgu Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XV. und Waadschanga bilden den Kern des Tebugebiets, der durch einen Wüstenring eingeschlossen ist. Das westlichste ihrer Wadis ist das durch seinen als Münze kursierenden Salzkuchen bekannte Bilma, mit dem elenden Orte Garo. Schon den Griechen und Römern waren die T. unter dem Namen der Garamanten, den alten Arabern als Zaghawa bekannt. Bezüglich ihrer Sprache stehen sie den Einwohnern Bornus am nächsten. Sie sind schlank, dunkelschwarz bis kupferrot, haben lange Haare, lebhafte Augen, eine nicht aufwärts gebogene Nase und weniger dicke Lippen als die Neger. Ihre Wohnungen sind Mattenzelte; Tracht und Bewaffnung weichen nicht viel von denjenigen der übrigen Bewohner der Sahara ab; Industrie ist bei ihnen unbekannt. Dagegen sind sie Ackerbauer, Viehzüchter, Händler, Kamelvermieter und besitzen vorzügliche Esel und die schönsten Reitkamele. Obgleich nicht ohne gute Anlagen, sind doch Roheit und Grausamkeit ihre hervorstechenden Charakterzüge, welche sie mit allen ihren Nachbarn nur in feindliche Berührung bringen. Vorherrschende Religion ist der Islam, wenn auch nicht in seinen strengsten Formen. Die Stämme in Borgu und Wandschanga sind Heiden, doch ist über ihren Glauben etwas Näheres nicht bekannt. Vgl. Behm, (Land und Volk der Tebus in den Ergänzungshefteno zu Petermanns Mitteilungend (Nr. 8, Gotha 1862). Nachtigal, «Sahara und Sudanv (2 Bde., Berl. 1879—81).