Timäus (grch. Timaios), aus Locri in Unteritalien (daher der Lokrer genannt), pythagoreischer Philosoph um 400 v. Chr., soll von Plato, der einen seiner Dialoge nach ihm benannte, in seiner Heimat aufgesucht worden sein. Die unter seinem Namen noch vorhandene, in dor. Dialekte verfaßte Schrift Auber die Weltseeler ist untergeschoben und ein jedenfalls nicht vor dem 1. Jahrh. v. Chr. gemachter Auszug aus dem Platonischen Timäos. Abgedruckt ist die Schrift in den Ausgaben des Platon von Bekker (Bd. 3, Tl. 3, Berl. 1818) und von K. Fr. Hermann (Bd. 4, Lpz. 1852), sowie in Stallbaums Ausgabe des Platonischen Timäusv (Gotha u. Erf. 1838). Besonders herausgegeben wurde die Schrift von Gelder (Leid. 1836) und übersetzt von K. Ch. G. Schmidt: »Das Weltall und die Weltseele nach den Vorstellungen der Alten und T. der Lokrer von der Seele der Welt und der Naturo (Lpz. 1836). Vgl. die Abhandlungen von Anton (Berl. 1851, Essen 1869, Erf. 1883).