Titicacasee, Lago de Titicaca oder Laguna de Chucuyto, einer der ½ großen Landseen der Erde, in dem nordwestl. Teile des Plateau von Oberperu, liegt von Nordwesten gegen Südosten hingebreitet, dort zu Peru (Provinzen Chucuyto oder Huancané im Depart. Puno), hier zu Bolivia (Provinzen Omasuyos und Ingavi im Depart. La Paz) gehörig, ist 189 km lang, im Mittel 50 km breit, 8354 qkm groß und 3808 m über dem Meere gelegen und bis 218 metief. Der See wird (seit w1862) mit Dampfbooten befahren, feie die er nur auf der Nordwestseite stellenweise zu eicht ist. Für die Beschiffung mit den geringen Kähnen (balsas) der Indianer ist er oft sehr gefährlich, da der das ganze Jahr herrschende Ostwind den See nicht selten heftig erregt, vornehmlich während des Tags. Das Wasser hat einen kaum merklichen Salzgeschmack und birgt sieben oder acht eigentümliche Varietäten von Fischen, während in dem Binsendickicht der Ufer ungeheuere Mengen von Wasservögeln nisten. Der See ist von sehr unregelmäßiger Gestalt und bildet, von meist zersplitterten, klippigen Ufern begrenzt, mehrere Seitenbassins, die mit dem Hauptbecken durch schmale Wasserpässe verbunden sind. Der T. enthält viele, meist hohe Inseln und empfängt zahlreiche Bergströme, welche eine solche Menge Sand, Schlamm und Geröll in den See führen, daß sich hierdurch sein Umfang von Jahr * —— verringert. Ungeachtet der hohen Lage des T. sind die Seeufer dennoch angebaut und umfassen eine zahlreiche Bevölkerung in Dörfern und Städten. Zugleich finden sich an den Ufern wie auf den Inseln noch WBaukuntl zum Teil großartige überreste altperuan. aukunst. Am berühmtesten ist das Sonneneiland oder die Insel Titicaca, nach der der See benannt ist; diese ist 16,5 Km lang, 5,5 Km breit, 9 ebirgig, aber in den Thälern gut kultiviert. 00 sieht man hier aus der Zeit der Inkas die Reste eines Palastes und des berühmten Sonnentempels, der im Innern überreich mit Gold geschmückt gewesen sein soll. Auch wächst hier noch dieselbe Art Mais (Inkamais), aus welchem die Sonnenjungfrauen Brot für die Inkas und die Priester bereiteten. Auf einer andern Insel stehen die Ruinen des Mondtempels und des Klosters der dem Mond geweihten Jungfrauen. Bei dem Dorfe Tiahuangco in Bolivia liegen Ruinen &10 Bauten. Der einzige Abfluß des T. ist der Rio Desaguadero (Abflußkanal), der aus der südwestl. Ecke des Huaci hinaustritt und als ein trotz zahlreicher Zuflüsse infolge der starken Verdunstung unbedeutendes Wasser mit langsamer Strömung in südsüdöstl. Richtung die Hochebene durchfließt und nach einem Laufe von 322 km in den See Dualla Aullagas (s. d.) oder Lagunga de uallagas mündet. Vgl. Pentland, «The Laguna de Titicacas (Lond. 1848).