FeedToreutik
TechnikBrockhaus 1882

Toreutik (grch. rosurrer, nämlich EVyn, lat. caelatura) ist die Kunst der Bearbeitung der Metalle, insbesondere der Bronze (des Erzes), des Silbers und des Goldes, mit scharfen Instrumenten (Ciselieren), welche sowohl bei den in Formen gegossenen als bei den mit Hammer und Bunzen geschlagenen oder getriebenen Werken zur Anwendung kommt und denselben erst die eigentliche künstlerische Vollendung gibt. Die Werke dieser Kunst sind teils Statuen, die schon seit sehr früher Zeit durch Guß hergestellt wurden, teils Reliefs von bald größerer, bald geringerer Erhebung, die sehr häufig zur Verzierung von Gefäßen (Schüsseln, Bechern u. dal.) und von Geräten aller Art (Waffen, weiblichen Schmuckgegenständen, Wagen u. a. m.) benutzt wurden, teils endlich durch eingeritzte Linien vorgestellte Zeichnungen, wie besonders auf griech. und etrur. Metallspiegeln. Außer der reinen Metallarbeit begriff man unter T. auch die sog. chryselephantine Skulptur, d. h. diejenige Technik, welche Statuen (zum Teil von sehr kolossalen Dimensionen) und Reliefs aus mosaikartig aneinander gefügten Stücken Elfenbein und getriebenen Goldplatten, womit ein innerer hölzerner Kern verkleidet wurde, herstellte. Diese Technik wurde zur Zeit der höchsten Blüte der griech. Kunst von den bedeutendsten Meistern, wie von Phidias und Polyklet, zur Ausführung ihrer berühmtesten Götterstatuen angewandt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 757Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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