Toulouse, ein uraltes souveränes Geschlecht in Frankreich, dem das Gebiet und die Stadt gleichen Namens gehörte. Karl der Kahle entriß 844 die Grafschaft T. einem frühern Besitzer und verlieh dieselbe an Fredelon, der zugleich Herzog von Aquitanien war. Als letzterer 852 starb, folgte ihm in T., mit dem Herzogstitel, sein Bruder Raimund I., der die Landschaft Quercy mit T. vereinigte und die Herrschaft in seiner Familie erblich machte. Raimunds Enkel, Odo, brachte Albigeois hinzu und hinterließ 919 die Länder seinem Sohne Raimund II., der 923 starb. Des letztern Sohn und Erbe, Raimund Pons, schlug 924 die bis in die Provence vorgedrungenen Ungarn und erhielt von Rudolf, den er als König von Frankreich anerkannte, die Grafschaft Auvergne und Aquitanien. Beide Länder blieben jedoch nicht bei dem Erbe des Hauses. Nachdem Pons 950 gestorben, folgte ihm sein Sohn Wilhelm Taillefer. Derselbe erwarb 990 durch Vermählung mit Emma von Provence dieses Land, vereinigte dasselbe mit T. und starb 1037. Sein Enkel Wilhelm IV., der keine Söhne besaß, verkaufte 1088 die alleinige Grafschaft T. an seinen Bruder Raimund IV. von St.⸗Gilles. Demselben fiel später nicht nur die Provence zu, sondern er wußte auch seine Staaten durch Albigeois Quercy, Agenois, Rovergue und Perigord zu verstärken. Im J. 1096 schloß sich Raimund mit einem großen Heere dem Kreuzzuge Gottfrieds von Bouillon nach Palästina an. Vor seiner Abreise übergab er die Provence an seinen Schwager Gilbert. Die Grafschaft T. hingegen erhielt sein Sohn Bertrand zur Verwaltung. Bertrand wurde aber alsbald vom Herzog Wilhelm von Aquitanien, der eine Tochter Wilhelms IV. zur Gemahlin besaß, aus T. vertrieben. Erst 1100 vermochte er zurückzukehren, und 1105, nachdem sein Vater nach vielen Schicksalen unweit Tripolis gestorben, trat er die selbständige Regierung an. Auch er unternahm 1109 einen Kreuzzug, eroberte Tripolis und starb daselbst 1112. Sein Sohn Pons erbte die Grafschaft Tripolis. In T. folgte ihm jedoch sein Neffe Alphons Jordanus. Da letzterer noch minderjährig, setzte sich Wilhelm von Aquitanien 1114 zu T. abermals fest, bis er 1119 von den Einwohnern vertrieben wurde. Jordanus kehrte hierauf in seine Staaten zurück, nahm 1146 das Kreuz und starb 1148 in Palästina durch Gift. Schon unter seiner Regierung erstarkte die vom aquitanischen Herzog begünstigte Sekte der Albigenser. Dem Jordanus folgten die beiden Söhne Raimund V. und Alphons II. gemeinschaftlich. Letzterer ging indessen bald mit Tode ab. König Heinrich II. von England, der eine Enkelin Wilhelms IV. zur Gemahlin hatte, glaubte darum Ansprüche auf T. zu besitzen und bedrohte das Land mit einem starken Heere. Raimund V. erhielt jedoch von Ludwig VII. von Frankreich Unterstützung, sodaß die Engländer die Eroberung aufgeben mußten. Vergeblich suchte Raimund V. die Albigenser durch Strenge zu unterdrücken. Nachdem er 1149 gestorben, folgte ihm sein Sohn Raimund VI. Von den Grausamkeiten empört, die Papst Innocenz III. in seinen Staaten zu begehen wagte, nahm Raimund VI. die Albigenser in Schutz und wurde deshalb mit dem Banne belegt. Als der Papst 1208 sogar einen Kreuzzug gegen ihn zu Stande brachte, mußte er sich unter den härtesten Demütigungen unterwerfen und gegen seine eigenen Unterthanen zu Felde iehen. Weil er sich aber doch der Willkür des apstes nicht gänzlich fügen wollte, that ihn derselbe abermals in den Bann und schenkte die Grafschaft T. dem Anführer des Kreuzheers, dem grausamen Simon von Montfort. Der König von Frankreich sah dieser Vernichtung seines mächtigen Vasallen durch die fremden Eindringlinge ruhig zu. Raimund dagegen verteidigte sich zuletzt tapfer und hatte seine Länder fast wiedererobert, als er 1222 starb. Sein Sohn Raimund VII. zwang den Sohn Simons, Amalrich von Montfort, zur Entsagung seiner Ansprüche auf T. Bald jedoch trat Amalrich seine Rechte an Ludwig VIII. von Frankreich ab. Dieser überzog darum Raimund VII. mit Krieg, der indes 1226 durch des Königs Tod unterbrochen wurde. König Ludwig IX. legte hierauf 1229 den Streit durch einen Vergleich bei, nach welchem Raimund das Land jenseit des Rhöne dem Papste, das Land zwischen Tarn und Rhöne an die Krone Frankreich abtrat. Den erstern Teil erhielt er jedoch 1234 vom Papst Gregor IX. zurück. Raimund VII. starb, nachdem er noch einen kurzen Kampf mit Ludwig IX. bestanden, 1249. Seine einzige Tochter Johanna vermählte sich mit Ludwigs IX. Bruder, Grafen Alphons von Poitiers, und brachte demselben T. zu. Alphons begleitete den König auf dessen Kreuzzügen und starb, zugleich mit seiner Gemahlin, 1271 in Italien. König PhilippIII. vereinigte nun die Grafschaft T. für immer mit der Krone. Vgl. Catel, Histoire des comtes de T.o (Toulouse 1623). Louis Alexandre de Bourbon, dritter natürlicher Sohn Ludwigs XIV. aus dem Umgange mit der Montespan, wurde 6. Juni 1678 geboren und alsbald zum Titulargrafen von Toulouse erhoben. Schon im Alter von fünf Jahren erhielt er die Würde eines Admirals von Frankreich. Im J. 1690 bewies er sich bei mehrern Gelegenheiten in den Niederlanden mutig. Im Spanischen Erbfolgekriege befehligte er eine Escadre und lieferte 24. Aug. 1704 dem engl. Admiral Rooke unweit Malaga ein blutiges, aber unentschiedenes Treffen. Nach dieser Waffenthat kehrte der Graf von T. ins Privatleben zurück. Ludwig XIV. legitimierte ihn und seinen Bruder, den Herzog von Maine, verlieh beiden den Vorrang vor den übrigen Pairs und erklärte sogar die Kinder der Montespan, im Falle die legitimen Bourbons erlöschen würden, für thronfähig. Als der Herzog von Orléans die Regentschaft antrat, wurden jedoch diese durch die Intriguen der Frau von Maintenon erzwungenen Bestimmungen alsbald umgestoßen. Nur der Graf von T., der den Umtrieben gänzlich fern blieb, die sein Bruder und seine Schwägerin gegen den Regenten anstifteten, behielt seine Würde auf Lebenszeit. Am 22. Febr. 1723 heiratete der Graf von T. die Witwe des Marquis von Gondrin, Marie Sophie Victoire de Noailles, die ihm den Herzog von Penthievre gebar. Er starb 1. Dez. 1737 zu Rambouillet.