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ErdkundeBrockhaus 1882

Trani, Hafenstadt in der unterital. Provinz Bari delle Puglie, Bezirk Barletta, an der Küste des Adriatischen Meeres und an der Eisenbahn Bologna-Otranto, zwischen Bari und Barletta gelegen, mit sehr versandetem Hafen, ist der Sitz eines Erzbischofs (seit Ende des 11. Jahrh.) und eines Appellationshofs, hat 22 Kirchen, darunter eine große um 1100 erbaute Kathedrale mit herrlicher Säulengliederung, deren eherne Thorflügel von Meister Barisanus aus dem F. 1175 das vollkommenste Kunstwerk des südl. Italien sind, was vorgot. Reliefstil anbetrifft, Emporen über den Seitenschiffen, einer großen Krypta, die besonders im Chorraum von schönster Anlage ist, und einem der höchsten Türme Italiens, und die schöne Kirche Sta.⸗Maria Immaculata, ferner mehrere Klöster, ein Priesterseminar, ein Waisenhaus, ein Theater, ein Kastell, jetzt Gefängnis, verschiedene Synagogen, einen öffentlichen Garten (Villa) am Meer, woselbst sich zwei Meilensteine der Via Traiana befinden, und Promenaden auf den ehemaligen Festungswällen. Die Stadt zählt (1881) 26 607 C., die bedeutenden Handel mit Ol und Getreide, sowie mit Mandeln, Feigen und vortrefflichem Wein, dem Moscato di Trani, treiben. T., mittellat. Tranum, steht auf der Stelle von Iurenum, einer Stadt der Peucetier in Apulien. Sie kam durch die Normannen, welche sie 1073 den Byzantinern entrissen, und durch die Kreuzzüge zur Blüte. Sie wurde 1134 wegen Ungehorsams vom König Roger zerstört, gelangte aber später zu einer gewissen Bedeutung namentlich als Handelsplatz mit dem Orient und spielte mit ihrem festen Schloß eine Rolle in den Kriegen zwischen den Häusern Anjou und Aragon. Den Titel Graf von T. führte der Prinz Ludwig, zweiter Sohn des Königs Ferdinand II. und ältester (Stief⸗)Bruder des vertriebenen Königs Franz II., geb. 1. Aug. 1838.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 798Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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