FeedTrausspiration
ReligionBrockhaus 1882

Trausspiration (neulat.) nennt man gewöhnlich die flüssigen und „Anodunf Ausscheidungen der äußern Haut. (S. Aus dünst ung.) Transsubstantiation (kirchenlat., d. h. eigentlich Stoffverwandlung) heißt die nach der Lehre der röm. Kirche durch die priesterliche Konsekration erfolgende Umwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi. Die T. wird als eine Umwandlung des Stoffs, nicht aber der äußern Form betrachtet, weil die Abendmahlselemente auch nach der Konsekration Gestalt, Farbe, Geruch, Geschmack, kurz alle natürlichen Eigenschaften behalten. Die kirchliche Sanktionierung der Verwandlungslehre erfolgte auf der vierten Lateransynode (1215) unter Innocenz III. Der Protestantismus hat die T. frühzeitig verworfen. (S. Aben dmahl.) Transsudation und Traussudat, s. unter Absonderung (mediz.). Transsylvania, s. Siebenbürgen. Transsylvanische Alpen, s. u. Karpaten. Transvaal-Republik, seit 1884 Südafrikanische Republik genannt, der nördliche der südafrik. Boerenfreistaaten, jenseit des Kai Gariep oder Vaal Rivier, reicht von 22· 20, bis etwa 28 100 südl. Br. und von 25 bis 32 10 östl. L. (von Greenwich), 291890 àkm groß mit etwa 830 000 E., worunter 50 — 55000 Boers oder Afrikaner (in Afrika geborene Ansiedler von vorwiegend holländischer, daneben deutscher und franzöfischer Abkunft), die übrigen meist Kaffern. Das Land ist vorwiegend Hügel⸗ und Gebirgsland. Den Osten erfüllt die nördliche Hälfte des mächtigen südostafrik. Randgebirges, der Drakenberge, die in der Mauchspitze 2188, im nahe dieser gelegenen Spits Kop 1718 m Meereshöhe erreichen und im allgemeinen in süd-nördl. Richtung verlaufen. Die den mittlern und westl. Teil der Republik durchziehenden Bergzüge laufen meist von West nach Ost oder von Südwest nach Nordost. Unter diesen sind die Magaliesberge lch derrlehtert etwa unter 25 40“ südl. Br.; nördlich der letztern treten teils umfangreiche plateauartige Erhebungen auf; südlich der Magaliesberge erstreckt sich, durch ein schmales Thal getrennt, das 30—60 km breite Hochland Hooge Veld. Die Nordgrenze der T. bildet der Limpopostrom, die Südrenze der Vaal Rivier; das Hooge Veld bildet die asserscheide zwischen diesen beiden Stromgebieten. Die östl. Abhange der Drakenberge kennzeichnen reichliche atmosphärische Niederschläge, während der Westen des Landes regenarm ist. Die mittlere Temperatur der südl. Landesteile beträ t. 15* C. Der Sommer (September bis April) ringt in den meisten Landesteilen, besonders den gebirgigen, viel Regen, namentlich in den Monaten Dezember bis Februar; sonst herrscht ein stets wolkenloser Himmel und selten sehr hohe Hitze; die Blüten der Orangenbäume erfrieren im Winter meist; die südl. Landesteile eignen sich in hohem Grade zu Heilstätten für Lungenleiden. Prächtiger Urwald, vorwiegend aus Gelbholz-und Stinkholzbäumen, bedeckt namentlich im Osten weite Flächen; im Nordwesten und Westen dehnen sich Steppen aus. Die durchgängig kahlen Hochebenen der Südteile sind sehr fruchtbar. Angebaut werden Mais, Korn, Hirse, Hülsenfrüchte, Durrha, Zuckerrohr, Wein. In den eigentlichen Wintermonaten (Juni und Juli) wird das Hooge Veld, der Hauptsitz der Boers, regelmäßig von S5 getroffen; dann ziehen die Boers nach dem oschveld, einem baumreichen, feuchtwarmen und nur während des Winters 6½ Gebiet nördlich der Magaliesberge. ie blühendste Landwirtschaft der T. weisen einige von hannoverschen Missionaren gegründete Ansiedelungen deutscher Bauern auf (3. B. Lüneburg, 1869 mit 19 deutschen Familien begründet, jetzt über 60 Familien in schmucken Häufern mit hübscher Kirche). In nordwestl., nördl. und östl. Grenzgebieten der T. erschwert die Tsetsefliege Verkehr und Viehzucht. Die T. ist reich an Gold, Silber, Kupfer, Graphit, Nickel, Kobalt, Blei, Steinkohle, Zinn, Diamanten, Marmor, Salz, Alaun, Porzellanerde u. s. w., aber wegen ungenügender Transportverhältnisse noch wenig ausgebeutet, die reichsten Goldfelder etwa 70 km östlich von Lydenburg. Hauptausfuhrartikel sind Wolle, Rindvieh, Cerealien, Tabak, Butter, Straußfedern, Gold; Einfuhrartikel alle europ. Industrieprodukte. Die T. zerfällt in 14 von Landdrosten» verwaltete Distrikte; im Osten Utrecht, Wakkerstroom, Standerton, Middelburg, Lijdenburg, Zoutpansberg; im Westen Bloemhof, Lichtenburg, Marico, Rustenburg; im mittlern Teile Potschefstroom, Heidelberg, Pretoria, Waterberg. Hauptstadt ist Pretoria (gegründet 1853) mit etwa 4500 E. (darunter gegen 100 Deutsche); andere namhafte Orte sind Potschefstroom mit 2000 C., Lijdenburg, Heidelberg. Im Finanzjahr w1884/85 betrugen die Staatseinnahmen etwa 5 543 000 Mark, die Staatsausgaben 5366000 Mark, die öffentliche Schuld etwa 11220000 Mark (wovon über 8 Mill. Schulden an die engl. Krone). Gleichzeitig erreichte die Einfuhr einen geschätzten Wert von 11 Mill. Mark. — Staatskirche ist die niederdeutsch-reformierte. Bei der für das große Gebiet geringen europ. Bevölkerung fehlt es an weißen Arbeitskräften für den Ackerbau, weshalb vorzugsweise Viehzucht getrieben wird. engl. Eroberungssucht zurückweichenden Boers im ehemaligen Reiche des Kaffernkönigs Mosilikatse 1848 begründet wurden. Anfänglich bildeten sich drei getrennte Freistaaten: Potchesstroom, Zoutpansberg und Lijdenburg, die sich zu Beginn der fünfziger Jahre unter Pretorius zu einer Republik vereinten, die 1852 von England anerkannt wurde. Im J. 1876 trat die T.wegen Erbauung einer Bahn nach der portug. Delagoa-Bai mit Portugal in Verbindung. Da durch diese Eisenbahn die T. von dem brit. Natal wirtschaftlich unabhängig geworden wäre und für seinen Handel einen viel direktern und naturgemäßern Weg eröffnet haben würde, als den heutien Umweg durch Natal, so suchte England das zu hintertreiben und benutzte einen Raubzug, den der von brit. Seite reichlich mit Waffen versehene Kaffernhäuptling Sikukuni gegen die T. unternahm, als Vorwand, um azum Schutz der christl. Bevölkerungn 1877 die Republik für England zu annektieren. Jedoch gelang es den Boers, in einem heldenmütigen Freiheitskampfe den Engländern mehrere vollständige Niederlagen beizubringen und so die Fremdherrschaft abzuschütteln (s. unter Kapkolonie, Bd. X, S. 87 u. 88); 1881 wurde die Republik wieder aufgerichtet. In der 27. Febr. 1884 abgeschlossenen Konvention mit England nahm das Land den alten Namen «Süudafrikanische Republikwieder an; der brit. Krone blieb nur beschränkte Suzeränetät, indem nur noch Verträge, welche die T. mit einem Staate oder Volke (außer dem Oranje-Freistaat) abschließt, der Genehmigung der erstern bedürfen. Der Präsident, zur Zeit Paul Krüger, wird auf 5 J. gewählt; die Legislative ruht im Volksraad, beschend aus 46 vom Volke gewählten Mitgliedern. Im J. 1881 entstanden im Westen der T.neue Boerenfreistaaten, Stella-Land und Goschen; letzteres trat 1884 unter den Schutz der T., der aber auf Englands Protest zurückgezogen wurde. Um die T. von einer eventuellen Annäherung an das deutsche Südwestafrika zurückzuhalten, proklamierte England das brit. Protektorat über alle westlich und nördlich der T. liegenden Grenzgebiete bis zum 22. südl. Br. und 20. östl. L. (von Greenwich). Im J. 1884 entstand im Südosten der T. der Boerenfreistaat Nieuwe Republik, durch den die Boers sich einen unabhängien Weg „ Meere sichern wollten. Nach dem Transvaalschen Freiheitskriege entstand der «Afrikaaner-Bondo, eine in ganz Südafrika verbreitete Boerenvereinigung, deren Ziel ein unabhängiger südafrik. Staatenbund von niederdeutscher Nationalität ist. Die T. ist in neuester Zeit wegen ihres geeigneten Klimas vielfach als Ziel größerer deutscher Auswanderung vorgeschlagen worden. Vgl. Jeppe, „Die Transvaalsche Republiks (Gotha 1868); van Rees, Naar de Transvaal (Amsterd. 1876); «Handbook to the Transvaale (Lond. 1878); C. von Weber, Vier Jahre in Afrika, 1871—75 (Lpz. 1878); Jeppe, Transvaal Vearbook and Almanacy (Pretoria 1879); Das Transvaal und s 11 neueste Geschichte (in «Unsere Zeito, 1882, II). Transversäle (lat.) heißt in der Geometrie jede gerade oder krumme Linie, welche ein Pol gon oder ein System von krummen Linien durchschneidet, auch wohl eine Ebene, welche ein System von inien, Ebenen und krummen Flächen durchschneidet. Mit der Theorie der T. haben sich die franz. Mathematiker seit Carnot viel beschäftigt. Insbesondere nennt man transversal diejenigen schiefen Linien, welche auf verjüngten Maßstäben und winkelmessenden Instrumenten älterer Konstruktion gebraucht werden, um kleinere Teile anzugeben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 805Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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