FeedTravers (Val de)
ErdkundeBrockhaus 1882

Travers (Val de), Thal und Bezirk im schweiz. Kanton Neuenburg. Das Traversthal, ein anmutiges Wiesenthal, 700—750 m über dem Meere gelegen, 11 kKmelang, an der ebenen Sohle ½—2 km breit, von der Areuse oder Reuse bewässert, erstreckt sich, links und rechts von waldigen Juraketten (Creux du Vent, Créte de T.) eingeschlossen, von dem Felsencirkus von St.⸗Sulpice, aus welchem die Areuse entspringt, nach Nordosten bis Noiraigue, wo der Fluß in die wilde Klus der Gorge de l'Areuse einbiegt, um durch dieselbe in das Ufergelände des Neuenburgersees herauszutreten und 3 km unterhalb Bondry sich in den See zu ergießen. Die Haupterwerbsquellen der sehr fleißigen und wohlhabenden Bevölkerung sind neben Ackerbau und Viehzucht die Uhrenindustrie, die Fabrikation von Liqueurs (Extrait d'Absinthe), die Spitzenklöppelei, die Cementfabrikation und die Ausbeutung der Asphaltgruben und Kalksteinbrüche. Die wichtigsten Ortschaften sind Fleurier, Mötiers, Couvet (737 m, 2285 C.) und Travers (729 m, 1971 C.). Der lebhafte Verkehr wird durch viele Fahrstraßen, die Regionalbahn T.⸗St.⸗Sulpice und die Bahn Neuchätel-Verrieres-Pontarlier vermittelt, welche sich über Dijon bis Paris fortsetzt. Der Bezirk Val de T. umfaßt außer dem eigentlichen Traversthale die ganze Landschaft von der franz. Grenze bis zur Klus der Areuse, 171,5 akm mit (1880) 16318 E., meist reform. Konfession undfranz. Zunge. Der wichtigste Ort ist außer den obenerwähnten das Grenzdorf Les Verrieres, wo 1. Febr. 1871 die franz. Ostarmee die Grenze überschritt und von den eidgenössischen Truppen entwaffnet wurde. In der Gemeinde Cöte aux Fées liegt die große Tropfsteinhöhle Temple des Fees.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 817Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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