Travemünde, Städtchen mit (1885) 1670 E., einem Hafen und einem Leuchtturm, am Ausfluß der Trave in die Ostsee, im Gebiete der Freien Stadt Lübeck, 15 km von dieser entfernt, Station der Linie Lübeck-T. der Lübeck-Büchener Eisenbahn, ist besonders seines Seebades wegen bekannt. Vgl. Lieboldt, T. und die Seebadeanstalt daselbsto (Lüb. 1841). In der Gegend von T. stand ehemals ein befestigter Turm oder ein sog. Schloß zur Bewachung des Eingangs in die Trave, erbaut von Graf Adolf III. von Holstein 1201, neu befestigt von König Waldemar II. von Dänemark 1217. Später bauten sich Fischer und Schiffer dort an. Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XV. Durch Verträge mit den Grafen von Holstein kam Lübeck 1247—53 vorübergehend, seit 1320 und 1329 in bleibenden Besitz des Ortes. Im Mai 1534 wurde T. durch den in lübeckschen Diensten stehenden Grafen Christoph von Oldenburg vor seiner Einschiffung nach Kopenhagen mit Vorwissen des Rats verbrannt, die leere Stelle dann vom Herzog Christian erobert, der auch die nahe Müggeburg 21. Juni einnahm und im August schleifte. Die alten Wälle sind 1882 abgetragen. Auf dem eingeebneten Terrain derselben läuft jetzt die Eisenbahn nach Lübeck. T. ist der Hafenort Lübecks, jedoch können Seeschiffe bis zu 4½ m Tiefgang bis die Stadt Lübeck selbst gelangen.