Tritheim (Johs.), vielseitiger Gelehrter, hieß eigentlich Heidenberg, nannte sich aber nach seinem Geburtsorte Treitheim oder Trittenheim im Trierschen, wo er 1. Febr. 1462 geboren war. Er ging, um zu studieren, heimlich nach Trier und später nach Heidelberg. Auf einer Reise faßte er in der Abtei Sponheim in seinem 20. Jahre den Entschluß, daselbst in den Benediktinerorden zu treten, und widmete sich nun mit solchem Eifer den Wissenschaften, daß er schon im folgenden Jahre zum Abtdes genannten Klosters erwählt wurde, dem er 22 Jahre lang vorstand. Infolge eines Tumults der Mönche wegen seiner Teilnahme für den Kurfürsten Philipp von der Pfalz gegen den Landgrafen von Hessen nahm er die ihm angebotene Abtei zu St. Jakob in Würzburg an, wo er 13. Nov. 1516 starb. Seine theol. Schriften wurden unter dem Titel &Opera spiritualiav von Busäus (Mainz 160ʃ), der auch seine Paralipomenav (Mainz 1605) folgen ließ, herausgegeben. Wie um die wissenschaftliche Kultur im allgemeinen, so machte er sich insbesondere durch sein Chronicon coenobii Hirsaugiensiso und die Annales Hirsaugienseso, die beide zusammen die Geschichte des Klosters Hirschau 830—1513 enthalten, sowie durch mehrere andere Schriften um die Geschichte verdient, die Freher nebst seinem Läber de scriptori-Frankf. 1601) herausgab. Vgl. Silbernagl, Johannes Tritheminso (Landsh. 1868; 2. Aufl., Regensb. 1885); Schneegans, «Abt J. Trithemius und Kloster Sponheim (Kreuznach c1882)).