Turgenjew, ein russ. Adelsgeschlecht, das aus der Goldenen Horde stammt: A lex. IJwano witsch T., russ. Geschichtsforscher, geb. 1785, gest. zu Moskau 17. Dez. 1815, machte sich durch seine Saariuut un um die Geschichte, Diplomatik, alte Statistik und altes Recht Rußlands verdient. Er bereiste zu diesem Zweck Deutschland, Italien, Frankreich, England und Dänemark; die gesammelten Urkunden wurden von der archäogr. Kommission als Ilistorica Russiae monumentas (2 Bder, Petersb. 1841-42) mit einem Nachtrag (Supplementumo, Petersb. 1818) herausgegeben. Nikolaj Jwanowitsch T., Bruder des vorigen, geb. 1790, studierte in Göttingen, trat dann in den russ. Staatsdienst und ward 1813 dem Frei-Bemm vom Stein, welcher mit der provisorischen erwaltung der Frankreich abgenommenen deutschen Provinzen beauftragt war, als russ. Kommissar beigegeben. Nach seiner Rücktehr nach Rußland stieg er zum Wirkl. Staatsrat und Adjoint des Staatssekretärs für innere und um dem Ein liche Angelegenheiten und gab sich ganz dem Studium der großen Frage der Bauernemancipation hin. Um diese fördern zu helfen, trat er 1819 in den von Trubezioi und Murawsew gegründeten „Bund des öffentlichen Wohls»; hierdurch in die Verschwörung der sog. Dekabristen 1825 verwickelt, wurde er, da er auf Reisen war, in contumaciam 1 Tode verurteilt. Er lebte seitdem in Paris, chrieb das historisch wichtige Werk La Russie ei les Russesv (3 Bde., Par. 1847; deutsch, Grimma 1847) und später noch einige polit. Broschüren. Im J. 1856 amnestiert, kehrte er noch einmal nach Bal. 3d zurück und starb im Nov. 1871 in Paris. Vgl. «Briefe Alex. wanowitsch T.s an seinen Bruder Nikolause (russ., Lpz. 1871).