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GeschichteBrockhaus 1882

Tscherkaskij(Wladimir Alexandrowitsch, Fürst), russ. Staatsmann, geb. 13. (1.) April 1824, aus einer alten Adelsfamilie, studierte in Moskau die Rechte, trat dann in den Staatsdienst und war bei ißt, sind unter Cz aufzusuchen. der Aufhebung der Leibeigenschaft mit thätig. Nach der Niederwerfung des poln. Aufstandes 1863 ward T. zum Mitglied des Organisationskomitees in Polen ernannt, welches das Land auf demokratischer Grundlage umzugestalten suchte, trat jedoch, als das Unternehmen mißlang, 1867 aus dem Staatsdienst, zog sich nach Moskau zurück und ward bald zum Bürgermeister dieser Stadt ernannt. Zugleich ward er ein eifriger Förderer der Bestrebungen der dortigen Slawischen Gesellschaft (s. Slawophilen), ging als deren Mitglied 1877 bei Ausbruch des russ.⸗türk. Kriegs auf die Balkanhalbinsel, ward zum Civilgouverneur und Organisator des befreiten Lundes ernannt, starb aber schon bei den Vorbereitungsarbeiten zu San-Stefano 3. März (19. Febr.) 1878, gerade am Tage des Abschlusses des Friedens mit der Türkei.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 878Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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