FeedTwesten (Karl)
Recht & StaatBrockhaus 1882

Twesten (Karl), hervorragender preuß. Volksvertreter, Sohn des vorigen, geb. 22. April 1820 zu Kiel, machte seine jurist. Studien zu Berlin und Heidelberg und trat als Referendar zu Naumburg a. d. S. in den preuß. Staatsdienst. Nachdem er hierauf seit 1845 als Assessor beim Kammergericht zu Berlin und als Kreisrichter in Wittstock thätig gewesen, wurde er 1855 Stadtgerichtsrat zu Berlin. Eine polit. Broschüre, in welcher er das Programm der Fortschrittspartei entwickelte, hatte 1861 ein Duell mit dem General von Manteuffel zur Folge, in welchem ihm der rechte Arm zerschmettert wurde. In demselben Jahre in das preuß. Abgeordnetenhaus gewählt, suchte er 1862 bei Beginn des Verfassungskonflikts einen Ausgleich zwischen Regierung und Volksvertretung auf Grund der Militärreorganisation mit Abkürzung der Dienstzeit herbeizuführen. Die Rede, welche T. 1865 im Abgeordnetenhause über die preuß. Justizverwaltung hielt, veranlaßte den Konflikt über die Redefreiheit der Abgeordneten. Da das Obertribunal für die Zulässigkeit der Anklage entschied, begann ein langwieriger Prozeß, der erst im Frühjahr 1868 seine endgültige Entscheidung mit der Verurteilung T.s in eine Geldstrafe fand. Inzwischen war wegen der Rede, die T. über den ersten Tribunalsbeschluß gehalten hatte, ein zweiter Prozeß gegen ihn eingeleitet worden, der ebenfalls erst 1868 sein Ende erreichte. Im Mai 1868 nahm er seine Entlassung aus dem Justizdienst. Nach dem Deutschen Kriege von 1866 trat T. aus der Fortschrittspartei aus und war einer der Begründer der nationalliberalen Partei in Preußen. Auch gehörte er für den schles. Wahlkreis Reichenbach-Neurode dem konstituierenden und dem ersten ordentlichen Reichstage des Norddeutschen Bundes an. In ersterm übte er eine wesentliche Thätigkeit bei der Feststellung der Bundesverfassung, im zweiten war er Referent über das Militärgesetz. T. starb zu Berlin 14. Olt. 1870. Litterarisch machte sich T. durch die Schriften *Schiller in seinem Verhältnis * Wissenschafto (Berl. 1863), «„Machiavellis (Berl. 1865) und verschiedene Beiträge zu den a Preuß. Jahrbücherno (J. B. über den preuß. Beamtenstaat) bekannt. Aus seinem Nachlaß veröffentlichte Lazarus das kulturhistor. Werk: «Die religiösen, polit. und sozialen Ideen der asiat. Kulturvölker und der Agypter 7c. » (2 Bde., Berl. 1872). Vgl. Lasker, «Gedächtnisrede am Sarge Karl T.s„ (Berl. 1870). wickenham, Township in der engl. Grafschaft Middleser, links an der Themse, oberhalb Londons, Station der Eisenbahn London-Richmond-Staines-Windsor, von welcher hier südlich Abzweigungen nach Halliford und Kingston abgehen, zählt (1881) 12479 CE., hat zahlreiche Landsitze und war Lieblingsaufenthalt von Bacon, Pope, Fielding und andern litterarischen Größen. Südlich davon liegt die 1747 von aunchn Walpole Irnn. Strawberry Uauf dem gleichnamigen Hügel. Hwist, derauuch in Deutschland im Handel gebräuchliche englische Name für baumwollenes Maschinengarn, d. h. auf Maschinen gesponnenes Garn (von twist, d. i. flechten, spinnen). Je nachdem die Feinspinnmaschinen dem System der Water⸗ oder dem der Mule-Maschinen angehören, unterscheidet man Water⸗ und Mule-Twist, ersteres derber, letzteres loser gedreht; eine zwischen beiden stehende, auf Mule-Maschinen erzeuate Gattuna heißt Medio-Twist. lüber die Numerierung des T. s. unter Baumwollindustrie, [Garn, Garnwage und Haspel. Tbwist (Großes Grenzmoor), s. Bourtanger Moor.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 931Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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