FeedTyndareus (grch. Tyndareos)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Tyndareus (grch. Tyndareos), Sohn des Obalos und der Nymphe Bateia oder des Perieres und der Gorgophone, floh, von seinem Bruder Hippotoon aus Sparta vertrieben, nach Atolien zum König Thestios, mit dessen Tochter Leda er sich vermählte. Später kehrte er nach Sparta zurück, nachdem Heralles die Söhne des Hippokoon getötet hatte. Leda gebar ihm hier die Klytämmnestra und den Kastor, dem Zeus aber die Helena (s. d.) und den Polydeukes. Doch heißen auch beide Dioskuren (s. d.), Kastor und Polydeukes, sowohl Söhne des T. als des Zeus und der Leda. Daß T. Töchter untreu in der Ehe waren, hatte er selbst dadurch veranlaßt, daß, während er allen Göttern opferte, Aphrodite dabei vergessen worden war. Um sich dafür zu rächen, machte die Göttin jene in der Ehe unglücklich. Als seine Söhne unter die Götter aufgenommen waren, rief T. den Menelaus nach Sparta und übergab ihm die Herrschaft. — Tyndariden heißen von ihrem Vater Kastor und Polydeukes, sowie auch ihre Schwester Helena.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 933Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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