Udschain, auch Oejein, Hauptstadt des Reichs der maharattischen Fürstenfamilie Sindhia in Ostindien, im Territorium Gwalior auf dem rechten Ufer des Flusses Sipra, eine der ältesten und bestbauten Städte voller Prachtgebäude. Die beeutendsten von ihnen sind außer mehrern Palästen der Fürstenfamilie, die Tempel von Maha-Kali, Krischna und Rahma, sowie die Mausoleen längs der Sipra. In einem dem n Mausor geweihten Tempel neben dem prächtigen Mausoleum einer der Gemahlinnen von Madhadschi-Sindhia ist eine große, in weißem Marmor aufgeführte Gruppe, darstellend den Stier von Siva mit dem Maule an einem Fruchtkorb. Dieser Stier gilt als eins der größten Kunstwerke von ganz Indien. U. ist in ganz Indien wegen seiner Schulen und Sternwarte berühmt, von welcher die ind. Astronomen ihren ersten Meridian ziehen. In der neuesten Zeit fol die Bevölkerung und der Handel von U. inolge davon, daß Gwalior Hauptstadt wurde, wesentlich abgenommen; es zählt (1881) noch 32932 E.