Ukermark, gewöhnlich, aber minder richtig Uckermark, der nördlichste Teil der Mark Brandenburg, auf dem linken Ufer der Oder, grenzt im S. an die Mittelmark, im W. an diese und an Mecklenburg-Strelitz, im N. und O. an Pommern und die Neumark. Früher (vor 1817) bildete das Gebiet die Provinz Die U. und der Stolpirische Kreiso», zerfällt aber jetzt in die drei zum Regierungsbezirk Potsdam gehörigen Kreise Prenzlau, Templin und Angermünde, welche 3875,5 akm umfassen und (1885) 161366 E. zählen. Die U. hat ihren Namen von dem altslaw. u-kra, „Grenze, Mark (ukraina, „Grenzland »; «Ukermarks ist also ein Pleonasmus). In ältester Zeit wird das Land Ukra oder auch Terra Ukera, das «Ukerlando, genannt. Erst Ende des 15. Jahrh. kam die Benennung U. auf. Das Land war der Wohnsitz der Ukrer, des östlichsten Zweigs der polabischen oder Elbslawen (Wilzen), der seit dem 10. Jahrh. unter dem Namen Utrani und Uchri erwähnt wird, während der Name Ukera als Bezeichnung der aus den Ukerseen bei Prenzlau 1014 km weit nordwärts fließenden und bei lickermünde (s. d.) in das Oderhaff mündenden Uker oder licker urkundlich erst 1235 vorkommt. Die U. ist in einzelnen Teilen zu verschiedenen Zeiten an die Mark Brandenburg (s. d., Geschichte) gekommen und beinahe drei Jahrhunderte lang beständig ein Streitobjekt zwischen [dieser, Pommern und Mecklenburg gewesen. Bei der Thronbesteigung Friedrichs von Hohenzollern (1417) gehörten 2840 qkm von dem Areal zur Kurmark, der Rest war in den Händen der pommerschen Herzöge. Friedrich II. erwarb weitere 743 qkm, und Albrecht Achilles erlangte durch den 31. Juni 1472 mit dem Herzog Erich II. abgeschlossenen Prenzlauer Vertrag die bis dahin von Pommern noch behaupteten Stücke der U. (Löcknitz mit Vierraden, 293 qkm) und die Grenze bis zur Welse. Am 28. März 1493 endlich kam zwischen Kurfürst Johann und Herzog Bogislaw eine Erbeinigung und 30. März ein Tauschvertrag zu Stande, welcher den Umfang der U. so festsetzte, wie er bis 1816, d. h. bis zur Neubildung der Kreiseinteilung in der Mark, fortbestanden hat. Im J. 1816 wurde der nördl. Abschnitt des Stolpischen Kreises zu dem neugebildeten Kreis Prenzlau geschlagen, dagegen aus dem größern südl. Teile desselben und dem auf der Ostseite der obern Uker und des Mellensees gelegenen Abschnitt des ukermärkischen Kreises in Verbindung mit der bis dahin zur Mittelmark (Oberbarnim) gehörigen Stadt Oderberg der Kreis Angermünde gebildet, während Löcknitz (zwischen Stettin und Pasewalk) und die übrigen jenseit des Löcknitz-Randowflusses belegenen Ortschaften Plöwen, Bismark und Hohenfeld zur Provinz Pommern gelegt wurden; der Rest nebst einigen Ortschaften des ehemaligen Glien-Löwenbergschen und des Ruppiner Kreises wurde der jetzige Kreis Templin. Nächst der Hauptstadt Prenzlau (s. d.) sind die vorzüglichsten Städte Schwedt a. O. (9756 C.), Angermünde (6706 E.), Strasburg (5353 C.) und Templin (4020 E.). Vgl. Puhlmann, „Statist. Darstellung des Kreises Templino (Templin 1863); von Winterfeld, «Statist. Nachrichten über den Kreis Prenzlau» (Prenzlau 1881). Vgl. auch die Litteratur bei Brandenburg (Provinz).