FeedUlysses (Ulixes)
ErdkundeBrockhaus 1882

Ulysses (Ulixes), s. Odysseus. ülzen, Kreisstadt im preuß. Reg.⸗Bezirk Lüneburg, liegt mitten in der Luneburger Heide, 90 Km. von Hannover und 75 km von Harburg, an der Ilmenau, Station der Linien Lehrte-Harburg und Stendal-Langwedel der preuß. Staatsbahnen, ist Sitz eines Amtsgerichts, eines Handelsvereins, des Landwirtschaftlichen Provinzialvereins für das Furstentum Lüneburg u. s. w. und zählt (1885) 7412 meist prot. E. Die im ganzen wohlgebaute Stadt, früher ziemlich gut befestigt, hat eine Kirche und drei Kapellen: die Gertrudenkapelle, die St. Vitikapelle und die Heilige-Geist-Kapelle und sechs Schulen, darunter eine höhere Bürgerschule und eine Gewerbeschule. Die hauptsächlichste Erwerbsquelle der Bewohner ist Produktenhandel, Wolle, Flachs, Korn, Honig, Holz: außerdem bestehen Fabriken für Tabak, Tuch, Wollwaren, Leuchtgas; ferner eine Eisengießerei, Brauereien, Branntweinbrennereien etc. In der oberhalb lUi. in die Ilmenau mündenden Gerdau wurden früher Perlen, in den meisten Bächen bei U. Forellen gefischt. Der Verkehr auf den Vieh⸗, namentlich den Pferdemärkten ist bedeutend. — U. ist ein sehr alter Ort, welcher früher Löwenwold hieß, 1270 mit lüneburgischem Stadtrecht beliehen und 1451 in die Hansa aufgenommen ward. Herzog Ernst der Bekenner führte hier 1527 die Reformation ein. Während des Dreißigiährigen Kriegs wurde die Stadt 1626 durch Tilly, 1635 durch Baner hart mitgenommen, 1646 und 1826 auch durch große Brände heimgesucht. — Der Kreis ülzen zählt (1885) auf 1464,5 qkm 44156 E. Vgl. Ringklib und Siburg, q„Geschichte der Stadt U.» (Hannov. 1859).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 13Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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