Unierte Griechen (Uniaten) oder griech. kath. Christen heißen die mit der röm. Kirche wiedervereinigten griech. Christen. Seit der Trennung von Rom machte der päpstl. Stuhl stets Versuche, die griech. Kirche mit sich wieder zu vereinigen oder vielmehr zu unterwerfen. Durch polit. Motive veranlaßt, wendete sich der Kaiser Michael Paläologus der Union mit Rom zu, nötigte seine Bischöfe zur Nachgiebigkeit und erlangte es, daß das Konzil zu Lyon 1274 die Vereinigung aussprach. Indessen war diese Sache nur Sache seines Hofs, nicht aber des Volks, und vom Kaiser Andronikus II. wurde darum die Union förmlich widerrufen. Je mehr indes die griech. Kaiser von den Türken sich bedrängt sahen, um so mehr glaubten sie gerade durch eine Union mit Rom aus ernsten Gefahren sich befreit zu sehen. Endlich ging der Kaiser Johannes VII. Paläologus mit vielen Bischöfen seiner Kirche selbst nach Italien, und auf der in Ferrara eröffneten, dann nach Florenz verlegten Synode verstand er sich mit seiner Begleitung zu der vom Papste Eugen IV. vorgelegten Unionsformel (6. Juli 1439). Dieselbe stellte die noch heute gültigen Grundsätze der Vereinigung fest. Anerkennung des päpstl. Primats und der röm. Lehren vom Fegfeuer, von den Seelenmessen und von dem usgehen des Heiligen Geistes vom Vater und Sohn, gegen das Zugeständnis der Beibehaltung der orient. Kirchengebräuche, insbesondere der griech. Sprache beim Gottesdienst, der Priesterehe und des Laienkelchs. Aber sämtliche, unter türk. Hoheit lebende Griechen erklärten sich damals gegen jede Union mit Rom, in welcher sie einen Abfall vom alten Glauben erblickten, und der baldige Sturz des Kaiserreichs (1453) begrub auch die kaiserl. Union. Dennoch ist es den Päpsten nachmals gelungen, zahlreiche griech. Christen in Rußland und olen auf den Synoden zu Brzesc (1596) und amosc (1720) für die Union zu gewinnen. Seit 1772 machten Rußlands Herrscher große Anstrengungen, die unierten Griechen zur Landeskirche zurückzuführen (s. Russische Kirche), undnamentlich gelang dies seit 1839 dem Kaiser Nikolaus in so großartigem Maßstabe, daß die Zahl der für die orthodoxe Kirche Wiedergewonnenen sich auf mehrere Millionen belief. Der noch immer gebliebene Rest unierter Griechen in Polen wird seit Niederwerfung des poln. Aufstandes von 1863 auf alle Weise bearbeitet, von der Union mit Rom sich ebenfalls loszusagen. Insgesamt gibt es über 4 Mill. unierte Griechen, die meist in Polen, Galizien, der Bukowina, Siebenbürgen, Ungarn, Kroatien, Slawonien, Dalmatien leben.